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Ausstellungen

17.4.2021 – 13.6.2021
H
WERK.STOFF Preis für Malerei
Mojé Assefjah, Bradley Davies, Veronika Hilger, Ada van Hoorebeke, Anna Slobodnik

Der WERK.STOFF Preis der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins geht in die zweite Runde!

Nach der Preisträgerinnen–Ausstellung 2020 mit Nadira Husain in Kooperation mit Amina Ahmed und Varunika Saraf folgt in diesem Jahr die zweite Nominierten–Ausstellung.

Gemeinsam mit Friedemann Felger entwickelt Ursula Schöndeling die Ausrichtung des Preises kontinuierlich weiter. Malerei wird über die vom klassischen Leinwandbild geprägte Auffassung hinaus als offener Begriff verstanden. Dies schließt ausdrücklich zeitgenössische malerische Praktiken ein, die u.a. das Repertoire der Materialien und Motivik erweitern und kulturübergreifend bisher marginalisierte Bildwelten und Arbeitsweisen einbeziehen. Damit betont der Preis die Vielstimmigkeit des Mediums, den fortlaufenden Wandel künstlerischer Produktion und die Diversität von Erfahrung in einer globalisierten Welt.

Beim WERK.STOFF Preis für Malerei handelt sich um einen bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis für Künstler*innen, der im Turnus von drei Jahren vergeben wird. Er richtet sich ohne Altersbeschränkung an in Deutschland lebende Künstler*innen, die einem größeren Publikum bisher noch nicht bekannt sind. Die Nominierung erfolgt durch fünf berufene Expert*innen:

 

Jana Baumann (Kuratorin, Haus der Kunst, München):
Veronika Hilger

Julia Grosse & Yvette Mutumba (Kuratorinnen, C&, Berlin):
Anna Slobodnik

Mathilde ter Heijne (Künstlerin, UDK, Berlin):
Ada van Hoorebeke

Sergej Jensen (Künstler, Berlin):
Bradley Davies

Chus Martínez (Kuratorin, Leiterin Institut Kunst HGK FHNW, Basel):
Mojé Assefjah

 

Der WERK.STOFF Preis für Malerei ist mit 10.000 Euro Stipendium, 10.000 Euro Katalogbeihilfe und einer Folgeausstellung 2022 dotiert. Das Preisgeld soll es dem*der Preisträger*in ermöglichen, sich während einer intensiven Arbeitsphase ganz auf die eigene künstlerische Entwicklung zu konzentrieren. Während der Laufzeit der Nominierten-Ausstellung kürt die Jury, der Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, Dr. Martin Engler, Kunsthistoriker, Frankfurt am Main /Berlin und Ursula Schöndeling angehören, eine*n Preisträger*in.


Nominierte Künstler*innen:

Mojé Assefjah (*1970, Teheran, Iran)

›Für mich ist jedes Bild eine Szene, ein Ausblick. Wie durch ein Fenster eröffnen sich Landschaften, die das Auge ahnungsvoll ertastet, es sind Traumlandschaften zwischen Abstraktion und Figuration. Freie Gesten schreiben sich als breite Farbbänder in die Leinwand ein. Ihre Gewandtheit und Schwung ruft Assoziationen an die Pinselführung persischer Kalligraphie hervor. Ich setze Eitempera ein, um die klaren Konturen zu präzisieren und die Stofflichkeit ihrer Gebilde zu akzentuieren. Mein Interesse an europäischer, insbesondere italienischer Renaissancemalerei ist in technischer wie theoretischer Hinsicht von der mystischen Schönheit der Bild- und Schrifttraditionen des antiken Persiens durchdrungen.‹

 

Bradley Davies (*1990, London, Vereinigtes Königreich)

›Meine Arbeiten setzen sich mit sozialen Ordnungen und gesellschaftlichen Mechanismen auseinander. Mich interessieren Rituale, an denen wir festhalten, Rollen, die wir für den Schauplatz Gesellschaft perfektionieren. Geschichten, die wir erzählen, Spiele und Musik, die wir spielen, lese ich mit Liebe zur Poesie als Geflecht aus absurder Komödie oder Satire. Für mich ist Maskerade ein Mittel, sich diesen Phä­nomenen zu nähern. Meine Ausstellungen entstehen als Reaktion auf die Ausstellungsorte. Sie bilden ein offenes Setting für häufig übersehene Aspekte. Ich möchte, dass Menschen Spaß daran haben, in mei­ner Arbeit etwas für sich sowie einen gewissen Sinn für Humor und Bescheidenheit zu entdecken.‹

 

Veronika Hilger (*1981, Prien am Chiemsee, Deutschland)

›Meine Bilder und Skulpturen verschmelzen dinghafte Elemente mit tradierten Gesten malerischen Ausdrucks. Die meist monochrom glasierten Keramiken erweitern dabei die Bildsprache meiner Malerei. Die Herangehensweise ist in beiden Medien intuitiv und emotional, wobei die traditionsreichen Genres Landschaft, Stillleben und Porträt motivisch eine Orientierung geben. Etwas vasenähnliches, darunter eine comichafte Hand, eine gelb leuchtende gezackte Form, magisches Licht, Figürliches?… Wo Narrative hinter Zeichen, Gesten und Stereotypen zurückstehen, sind wir stärker auf unser Bildgedächtnis und unsere Erfahrungswelt zurückgeworfen. Intime Räume der Erinnerungen und Erwartungen können sich auftun.‹

 

Ada van Hoorebeke (*1982, Kortrijk, Belgien) 

›In den letzten dreizehn Jahren habe ich mich in die Malerei mit Wachs (Batik) vertieft und Möglichkeiten erprobt, meine eigenen Farben und Färbemittel aus natürlichen Materialien herzustellen. Meine Ausstellungen reflektieren den Herstellungsprozess und fungieren als Plattformen für Austausch und Zusammenarbeit. Dazu gehören neben den Werken auch die Werkzeuge. Durch Workshops, gemeinsame Textilfärbe–Sessions, Fotoshootings und Performances versuche ich, Betrachter*innen in die Produktionsprozesse miteinzubeziehen. Dies ermöglicht einen neuen Zugang zu künstlerischer Produktion und regt die Reflexion über Begriffe wie Handarbeit, Produktionsketten, ›weibliche‹ Arbeit und Denken an.‹

 

Anna Slobodnik (*1990, Moskau, Russland)

›Ich beschäftige mich mit Mustern. Ich sammle sie, arbeite mit ihnen und untersuche mögliche Bruchstellen. Dabei interessieren mich neben den malerischen Möglichkeiten die Verschränkung der sog. ›Angewandten‹ mit den ›Freien Künsten‹ und die Rollen, die sie einnehmen können. Das Muster bzw. das Ornament verstehe ich dabei als Metapher einer Verdichtung, als Verweis auf die Rolle der Frau als Produzentin und als Manifestation einer kulturellen Identität. Als Künstlerin mit Migrationshintergrund verarbeite ich unterschiedliche Einflüsse. Mich interessiert, welche Bedeutung Muster als (Wieder–)Erkennungszeichen und identitätsstiftendes Moment haben und wie ich sie um–formieren kann.‹

 

 

 

 

 

 

 

19.6.2020 – 16.8.2020
H
›Confluence Sangam संगम ‹ im Rahmen des WERK.STOFF Preis für Malerei
Nadira Husain, Amina Ahmed, Varunika Saraf

›Confluence Sangam संगम‹

Nadira Husain, Preisträgerin des WERK.STOFF Preis für Malerei der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins, lädt die Künstlerinnen Amina Ahmed und Varunika Saraf zu einer gemeinsamen Ausstellung ein.

 

Die Worte Confluence, Sangam / संगम beschreiben im Englischen und Hindi den Moment, in dem sich mehrere Strömungen aus unterschiedlichen Richtungen treffen, zusammenfließen und sich gemeinsam einen Weg bahnen. Die künstlerische Praxis von Nadira Husain, ist geprägt von eben jenem Zusammenfließen unterschiedlicher kultureller Bildwelten. Nadira Husain schöpft aus den eigenen Lebenserfahrungen, wenn sich in ihren farbenprächtigen Arbeiten Moghul-Miniaturen mit Comics treffen, oder sich hinduistische Gottheiten, antike und babylonische Fabelwesen mit Frauenkörpern verschränken. Als Tochter eines Inders und einer Französin wuchs Nadira Husain in Paris auf und lebt seit geraumer Zeit in Berlin. Husain nutzt nicht nur Leinwand, sondern auch andere textile Untergründe und traditionelle Handwerkstechniken, die sie u.a. in Kooperation mit verschieden Kunsthandwerker*innen ausführt, um transkulturelle Bildwelten des 21. Jahrhunderts zu entwerfen.

Die Ausstellung ›Confluence Sangam संगम‹ ist Ausdruck dieser künstlerischen Haltung. Mit Amina Ahmed und Varunika Saraf haben Nadira Husain und der Heidelberger Kunstverein zwei weitere Künstlerinnen mit indischen Wurzeln eingeladen. Ihre Lebensläufe sind ebenfalls von Migrationserfahrungen geprägt. Auf unterschiedliche Weise gehen sie mit den transkulturellen Erfahrungen um. Varunika Saraf nutz die Wasli-Papier-Technik der Moghul-Malerei, um sich selbst in die Kunstgeschichte einzuschreiben und die aktuelle indische Protestbewegung zu dokumentieren. Ihre Arbeiten werden erstmals in Europa gezeigt. Amina Ahmed, die in Uganda, Großbritannien, dem Iran und nun in den USA lebt, wendet sich den geometrischen Grundformen zu, die für sie eben nicht Abstraktion bedeuten, sondern einen lebendigen Ausdruck bildlicher Tradition unterschiedlicher Kulturen bilden. Ihre Arbeiten werden erstmals in Deutschland gezeigt.

Die Werke der Künstlerinnen sind das Resultat zahlreicher Kreuzungen. Verschiedene Ausgangspunkte sind Voraussetzung für ihren Kontakt, für immer neue Schnittpunkte. Ein solches Verständnis von Transkulturalität richtet sich gegen die Idee von homogenen, sich klar voneinander abgrenzenden, konfliktären kulturellen Einheiten. Ein Bestehen auf hybride Identitäten stellt in unserem globalen Zeitalter, in dem Kulturen zwar dynamischen und komplexen Prozessen besonders ausgesetzt sind, sich aber auch nationale Grenzen verstärken, eine wichtige Herausforderung dar.

 

Zur Ausstellung erscheint eine Monografie von Nadira Husain.

Mit freundlicher Unterstützung des Museums für angewandte Kunst Wien und des Institut français Deutschland, in Kooperation mit dem Heidelberg Centre for Transcultural Studies an der Universität Heidelberg, der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Französischen Woche Heidelberg.

Im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES des Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland, unterstützt durch das französische Kulturministerium und das Deutsch-Französische Jugendwerk.

 


Künstlerinnen: 

 

Nadira Husain

Nadira Husain beschreibt sich selbst und ihre malerische Praxis als ›bâtarde‹ (französisch, weibliche Form von Bastard), womit sie auf die hybriden kulturellen Referenzen anspielt, die außerhalb der visuellen Gewohnheiten des eurozentrischen Kulturraums liegen. Als Tochter eines Inders und einer Französin ist die Künstlerin seit ihrer Kindheit mit verschiedenen Identitäten konfrontiert. Ihre großformatigen Bilder und textilen Objekte greifen auf verschiedene Traditionen zurück und schaffen so ein assoziatives Miteinander verschiedener ikonischer Symbole und Figuren aus der indischen, europäischen und islamischen Kunst- und Kulturgeschichte diverser Zeitepochen. So treffen in ihren Bildern Mogul-Miniaturen auf indische Gottheiten und Figuren einer globalisierten Pop-Kultur. Hybride Körper greifen ineinander, generieren Muster und formieren sich zu anthropomorphen oder tierischen Gestalten. So greift Husain auf traditionelle indische Handwerkskunst wie Kalamkari oder auch die in Südostasien verbreite Webtechnik Ikat zurück oder kooperiert mit dem Schneider Mohebullah Nouri für den Entwurf einer ihrer textilen Serien aus Jeansstoff. Die Koexistenz der verschiedenen Kreaturen, Stile, aber auch Akteure und Techniken, dekonstruiert die Ordnung moderner westlich geprägter Zeichen- und Machtsysteme. Die Künstlerin etabliert auf diese Weise eine hierarchielose Polyfonie verschiedener Einflüsse, durch die neue Bedeutungsmuster abseits der normativen Bildsprache entstehen.

 

Nadira Husain (*1980 in Paris) lebt und arbeitet in Berlin, Paris und Hyderabad. Sie studierte an der Ecole nationale supérieure des beaux-arts Paris und an der University of British Columbia in Vancouver. Seit 2017 ist sie Mentorin der *foundationClass der Weissensee Kunsthochschule in Berlin. Husains Werke wurden international in Einzelausstellungen, u.a. in der Galerie Tobias Nähring in Leipzig (2019), in der Villa du parc centre d’art contemporain Annemasse (2018), Armory Show New York (2018) und PSM Gallery Berlin (2018), sowie in Gruppenausstellungen, u.a. im Haus am Lützowplatz (2019), im n.b.k. (2018), der Skulpturen-Triennale Bingen (2017), im Jewish Museum New York (2014) und im KW Institute for Contemporary Art (2013) gezeigt.

 

 

Amina Ahmed

Amina Ahmed zeigt ihre Werke zum ersten Mal in Deutschland und bietet damit einen intimen Einblick in ihre bisher unveröffentlichten Skizzenbücher. Als Kind erlebte sie die Exilierung ihrer Familie aus Uganda durch den Diktator Idi Amin, wuchs danach in England auf, lebte später im Iran und mittlerweile in den USA. Die Erfahrung des Exodus, den Ahmed erlebte, sowie die Erfahrung ihrer Mutter, deren Familie aus Usbekistan exiliert wurde und sich im Kachchh Distrikt ansiedelte, prägen genauso Ahmeds künstlerische Arbeiten, wie ihre Nähe zum Sufismus, einer Strömung des Islams. Die geometrischen Formen in ihren Collagen, Aquarellmalereien, Zeichnungen und Stickereien, sind keine Abstraktionen, sondern reflektieren die konkreten Einübungen handwerklicher Techniken. Die geometrischen Muster, die in vielen Kulturkreisen vor allem von Frauen bei textilen Arbeiten verwendet werden, empfindet Amina Ahmed als eine fast universelle Sprache, die einen konkreten Bezug zur eigenen Körperlichkeit aufweist. Mit dem Video ›the hands of mother‹ beschreibt sie die Weitergabe des kulturellen Erbes zwischen den Generationen. Amina Ahmeds nomadisches Erbe erschloss ihr den Zugang zu verschiedenen Kulturen. Mit ihren Arbeiten nimmt sie Bezug auf die Formen von Wissensvermittlung und der prozesshaften Aneignung und Herstellung kulturellen Erbes, gerade vor dem Hintergrund von Exil und der Heilung der damit verbundenen Traumata.

 

Amina Ahmed (*1964 in Busembatia, Uganda) arbeitet in New York City. Sie studierte an der Winchester School of Art, der Chelsea School of Art und machte ihren Abschluss am Royal College of Art in London. Ihre Arbeiten wurden international in Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem im Arnolfini Centre for Contemporary Art Bristol (2019), im 601Artspace New York (2019), im Dr. Bhau Daji Lad Museum Mumbai (2018), im Showroom London (2018) und während Frieze NYC mit Jhaveri Contemporary (2020).

 

 

Varunika Saraf

Die Künstlerin und Kunsthistorikerin Varunika Saraf lebt und arbeitet in Hyderabad. Ihre Werke werden erstmalig in Europa ausgestellt. Das Verständnis der in Hyderabad aufgewachsenen Künstlerin von ihrer eigenen Identität, sowie der ihres Landes, ist von der Migrationserfahrung ihrer Familie innerhalb Indiens nach der Teilung in 1947 und der Geschichte Südasien geprägt. Ihre Wahrnehmung von Identität als ein stetiger Prozess und Dialog mit der Vergangenheit hallt auch in ihren Werken wider. Ihre Praxis ist von der Moghul-Miniaturmalerei geprägt, deren Kunstwerke sie nicht nur zum Kunststudium, sondern auch zur kunsthistorischen Forschung bewegten. Als Grundlage ihrer Aquarell-Zeichnungen verwendet sie Wasli-Papiere, die traditionell für die Moghul-Miniaturmalerei gefertigt werden. Gleichzeitig nutz sie Farbpigmente europäischer Tradition, um auf die historische Hybridität indischer Miniaturmalerei zu verweisen und nicht in nationale Stereotypen zu verfallen. Die Serie ›Caput Mortuum‹* ist den aktuellen indischen Protestbewegungen gewidmet.

(* lat. Totenschädel, auch für das tiefviolette, mineralische, eisenhaltige Farbpigment)

 

Varunika Saraf (*1981) lebt und arbeitet in Hyderabad, Indien. Sie hat einen BFA in Malerei vom JNTU College of Fine Arts and Architecture, Hyderabad (2004), einen MFA in Malerei von der Sarojini Naidu School of Fine Arts and Communications, University of Hyderabad (2006), und einen MPhil von der School of Arts and Aesthetics, JNU. An der School of Arts and Aesthetics, JNU promovierte sie zu dem Thema Souvenirs, Fälschungen und Kulturerbe: The Making of the Indian Miniature. Sarafs Werke wurden international in Gruppenausstellungen ausgestellt, unter anderem auf der Art Basel (2018), im Goethe-Institut Neu Delhi (2018), und im Asian Art Museum San Francisco (2012).

 

 

8.9.2018 – 11.11.2018
H
WERK.STOFF Preis für Malerei
Yorjander Capetillo / Ernst Friedrich Drewes / Friedhelm Falke / Nadira Husain / Michael Thümmrich

WERK.STOFF  Preis für Malerei der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins

Der Heidelberger Kunstverein (HDKV) und die Andreas Felger Kulturstiftung (AFKS) freuen sich, ihre Kooperation im Rahmen des WERK.STOFF Preis für Malerei bekannt zu geben. Der WERK.STOFF Preis für Malerei versteht Malerei als offenen Begriff. Arbeiten können über die klassische Kombination mit Pinsel, Öl und Leinwand hinaus auch in den Raum greifen, neue mediale Verknüpfungen schaffen oder anderweitig Konventionen durchbrechen. Der Preis rückt die Vielstimmigkeit des Mediums Malerei in die öffentliche Wahrnehmung.

Beim WERK.STOFF Preis für Malerei handelt sich um einen bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis für Kunstschaffende, der im Turnus von drei Jahren vergeben wird. Er richtet sich ohne Altersbeschränkung an in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler, die einem größeren Publikum bisher noch nicht bekannt sind. Die Nominierung erfolgt durch vier berufene Expertinnen und Experten und die Andreas Felger Kulturstiftung. Die Preisvergabe übernimmt eine Jury, der neben renommierten Museumsfachleuten Ursula Schöndeling als Direktorin des Heidelberger Kunstvereins angehört.

Der WERK.STOFF Preis für Malerei ist mit 10.000 Euro, einem Katalog und einer Folgeausstellung dotiert.
Das Preisgeld soll es der Preisträgerin /dem Preisträger ermöglichen, sich während einer intensiven Arbeitsphase ganz auf die eigene künstlerische Entwicklung zu konzentrieren.

Von September – November 2018 findet die erste Nominierten-Ausstellung mit Werken von Yorjander Capetillo, Ernst Friedrich Drewes, Friedhelm Falke, Nadira Husain und Michael Thümmrich im Heidelberger Kunstverein statt. Während der Ausstellung vergibt die dreiköpfige Jury, bestehend aus Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart,  Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst des Städel Museums Frankfurt a.M., und Ursula Schöndeling, den WERK.STOFF Preis für Malerei.

Die Preisverleihung mit Bekanntgabe der Preisträgerin / des Preisträgers findet im Rahmen der Finissage im Heidelberger Kunstverein am 11. November 2018 statt.

 

Nominierte Künstler*innen 2018:

Yorjander Capetillo
(nominiert von Prof. Jean-Baptiste Joly, ehem. Direktor Akademie Solitude, Stuttgart)

Ernst Friedrich Drewes
(nominiert von Dr. Dieter Scholz, Leiter der Bibliothek der Neuen Nationalgalerie, Berlin)

Friedhelm Falke
(nominiert von Dr. Danièle Perrier, ehem. Leiterin des Künstlerhauses Schloss Balmoral, Bad Ems)

Nadira Husain
(nominiert von Prof. Antje Majewski, Professorin an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel)

Michael Thümmrich
(nominiert von Andreas Felger Kulturstiftung)

Nachtrag: Der WERK.STOFF Preis wurde an Nadira Husain vergeben.

Begründung der Jury:

Nadira Husain gelingt es, die bei allen nominierten Künstlern deutliche Bezugnahme auf Vorbilder der Malereigeschichte, formal wie inhaltlich produktiv zu nutzen, geleichzeitig zu befragen und durch neue Einflüsse zu erweitern. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und Migration erscheint Husains Verarbeitung von Motiven außereuropäisch-religiöser Ikonografien in Verbindung mit Zitaten aus dem Fundus europäischer Pop- und Folklorekunst als relevante zeitgenössische künstlerische Strategie. Dabei stellt Husain tradierte, auch religiöse, Ikonografien gerade in Hinblick auf Geschlechterrollen und Machtstrukturen in Frage und führt die disparaten Bildelemente zu einem vielschichtigen, ausbalancierten neuen „all over“, in dem Muster und Ornamente und figürliche Elemente sich überlagern, ohne sich zu überdecken. Es entsteht ein Bildraum, der immer schon durch zeichenhafte Kürzel durchwirkt ist, somit verschiedene Lesarten anspielt und miteinander verbindet. Neben dem traditionellen Leinwandbildformat nutzt Husain auch Malgründe wie großformatige textile Raumteiler oder rahmt Bilder innerhalb bestehender Architekturen neu. Auf diese Weise gelingt es Husain einen über das Einzelwerk hinauswirkenden Bildraum zu erschaffen, der den gesamten Ausstellungsraum einnimmt und dynamisiert. Die französisch-indische Künstlerin setzt sich damit in doppelter Hinsicht von Traditionen ab: zum einen von den Maßstäben einer eurozentrischen Kunstgeschichte, zum anderen von einer ethnisch-kulturellen Identität bezeugenden Kunstauffassung.

Veranstaltungen

Freitag
19.6.
19 Uhr
Eröffnung Nadira Husain, Amina Ahmed, Varunika Saraf: ›Confluence Sangam संगम ‹

›Confluence Sangam संगम ‹ Nadira Husain, Preisträgerin des WERK.STOFF Preis für Malerei der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins,
lädt die Künstlerinnen Amina Ahmed und Varunika Saraf zu einer gemeinsamen Ausstellung ein.

 

Für diese Veranstaltung gelten Masken- und Abstandspflicht. Der Kunstverein wird vorschriftsmäßig bestuhlt und der Einlass geregelt. Die Sitzplätze sind leider begrenzt.

 

 

Nadira Husain: ›Janam‹, 2019, 180 x 159 cm, Gouache und Acryl auf Leinwand und genähtem Textil, © LBBW

Mittwoch
1.7.
19:30 Uhr
Pedro Kadivar: Lesung und Gespräch
Eintritt 8 €, ermäßigt und dfk-Mitglieder 5 €

 

Lesung und Gespräch in deutscher Sprache Moderation: Regina Keil-Sagawe

›Paris war für mich der Ort, wo meine Muttersprache nach und nach zerbarst, wie durch eine Explosion, in Zeitlupe.‹ 1967 in Schiraz (Iran) geboren, flieht Pedro Kadivar 16jährig nach Frankreich, wechselt Muttersprache und Namen, fühlt sich nach Abitur und Studium nicht mehr fremd genug in Paris, wandert 1996, nach einer prägenden Begegnung mit Heiner Müller, weiter nach Berlin, promoviert dort über Marcel Proust, in dem er einen Wahlverwandten entdeckt. Heute lebt und arbeitet Pedro Kadivar als Autor und Regisseur in Paris und Berlin und inszeniert vielbeachtete Theaterstücke.

In ›Kleines Buch der Migrationen‹  erzählt er vom Bruch mit der Sprache jenes Landes, das er vergessen wollte, weil es von so viel Gewalt geprägt war, er reflektiert über Heimat und Fremdsein, über die Bedeutung der Migration für das künstlerische Schaffen und bringt dabei immer wieder andere Künstler und Schriftsteller ins Spiel, neben Marcel Proust auch Beckett, Dürer oder den iranischen Dichter Sadeq Hedayat.

Eine Veranstaltung des Deutsch-Französischen Kulturkreises e.V. in Kooperation mit dem Heidelberger Kunstverein im Rahmen der Ausstellung von Nadira Husain

Sonntag
16.8.
14 Uhr
Ausstellungsrundgang mit Ursula Schöndeling
Führung: ›Confluence Sangam संगम‹

 

Zur Finissage am 16.8. führt die Direktorin des Heidelberger Kunstvereins Ursula Schöndeling durch die Ausstellung.
Dabei stehen nicht nur die Informationen zu einzelnen Bildern und Serien im Vordergrund. Vielmehr wird sie auch von Zusammenarbeit mit drei Künstlerinnen aus drei Kontinenten in Zeiten von Corona berichten.
Neben den Einblicken ins Ausstellungsmachen werden auch Fragen wie zeitgenössisches Kunstschaffen, Auffassungen der traditionellen Kunstgeschichte beeinflußt diskutiert.
Wir freuen uns auf Sie.

Sonntag
23.9.
11 Uhr
Экскурсия

экскурсия по выставке живописи

«WERK.STOFF»

на русском языке

23 сентября 2018

с 11:00 до 12:00

работы номинантов премии в области живописи Фонда Андреаса Фельгера 2018 г.

 

Йорьяндер Капетильо (Yorjander Capetillo), Эрнст Фридрих Древес (Ernst Friedrich Drewes), Фридхельм Фальке (Friedhelm Falke), Надира Хусаин (Nadira Husain), Михаэль Тюммрих (Michael Thümmrich)

Экскурсовод: Яна Бельская, магистр истории искусств

Участие в экскурсии бесплатное, вход 4 евро (льготный – 2 евро)

Адрес: г. Гейдельберг, Хауптштрассе 97

 

Информация о выставке и фотографии работ по ссылке: https://hdkv.de/en/ или https://hdkv.de/leseraum/

Freitag
7.9.
19 Uhr
Eröffnung WERK.STOFF Preis für Malerei
Andreas Felger Kulturstiftung und Heidelberger Kunstverein

 

 

Ausstellungseröffnung des WERK.STOFF Preises für Malerei mit den nominierten Künstler*innen Yorjander Capetillo, Ernst Friedrich Drewes, Friedhelm Falke, Nadira Husain und Michael Thümmrich.

 

19:00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Julia Philippi MdL, Erste Vorsitzende HDKV

Dr. Thomas Broch, Vorsitzender des Stiftungsrates der AFKS

Ursula Schöndeling, Direktorin des HDKV

Jasmin Meinold, kuratorische Assistenz HDKV

 

Im Anschluss Ausstellungsrundgang mit Yorjander Capetillo, Ernst Friedrich Drewes, Friedhelm Falke, Nadira Husain, Michael Thümmrich.

 

 

Wissen

WERK.STOFF: Nadira Husain

 

Vermittlung 2020-1

Vermittlung 2019-2

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