23.10.21

Tagesausflug nach Basel

Endlich: Goya in der Fondation Beyeler, Beuys und Pissarro im Kunstmuseum, für Enthusiast*innen auch Michaela Eichwald in der Kunsthalle stehen auf dem Programm. Reise mit der Bahn, gemeinsames Mittagessen und Pausen!

Anmeldung bis zum 26.9.

Anmeldung und Information: hdkv@hdkv.de / 06221–184086


Reisen zur Kunst

Mehrmals im Jahr bietet der Heidelberger Kunstverein für seine Mitglieder Tagesausflüge und mehrtägige Reisen zu ausgewählten Ausstellungen wie der Venedig Biennale, der documenta in Kassel oder der Manifesta an. Auf dieser Seite informieren wir Sie über das aktuelle Angebot

Leider musste die Reisen im letzten Jahr aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ausfallen.

Wir freuen uns, nun wieder einen Tagesausflug möglich zu machen!

 

 

Francisco de Goya

Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler widmet Francisco de Goya (1746–1828) eine der bisher bedeutendsten Ausstellungen ausserhalb Spaniens. Goya ist einer der letzten grossen Hofkünstler und der erste Wegbereiter der modernen Kunst. Er ist sowohl Maler eindrücklicher Porträts als auch Erfinder rätselhafter persönlicher Bildwelten. Gerade aus dieser unauflösbaren Widersprüchlichkeit bezieht Goyas Kunst ihre magische Faszination.

In seinem mehr als 60 Jahre währenden Schaffensprozess, der den Zeitraum vom Rokoko bis zur Romantik umspannt, zeigt Goya Begebenheiten, die aus den gesellschaftlichen Konventionen herausführen. Goya stellt Heilige und Verbrecher, Hexen und Dämonen dar, um das Tor zu Welten aufzustossen, in denen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Goya ist in seiner Kunst der scharfsinnige Beobachter des Dramas von Vernunft und Unvernunft, von Träumen und Albträumen.

Es ist gelungen, für die Ausstellung über 70 Gemälde und eine Auswahl meisterhafter Zeichnungen und Druckgrafiken zu versammeln, die die Besucher zu einer Begegnung mit dem Schönen wie auch dem Unfassbaren einladen.

Text Fondation Beyeler

Foto: ›Bekleidete Maya‹ („La maja vestida“) von Francisco de Goya | Foto: Museo Nacional del Prado, Madrid

 

Joseph Beuys

Kunstmuseum Basel

2021 wäre Joseph Beuys (1921–1986) 100 Jahre alt geworden. Ein Jubiläum, das daran erinnert, dass das ‹Heutige› stets ein anderes ist. Beuys selbst war sich dessen höchst bewusst, als er festhielt: «Die Museen werden dadurch, dass andere Menschen hineinkommen, auch immer wieder anders mit den Dingen umgehen.» Denkbar war für ihn, dass Museen Orte für ‹permanente Konferenzen› sein könnten. Diese Idee ist das Arbeitsmotto für die auf den Werken im Kunstmuseum Basel aufbauende neue Präsentation und ihre Aktivierung durch ein kollaborativ erarbeitetes Programm.

Neben seinem Vermächtnis als visueller Künstler schiebt sich mit heutigem Blick Beuys’ unermüdliche Arbeit an aktuell breit debattierten Themen in den Vordergrund: Demokratie, Ökologie, Ökonomie und Pädagogik sowie die Mitgestaltung all dieser Bereiche durch die Kunst.

Das Kunstmuseum stellte 1969 als eines der ersten Museen überhaupt Werke von Joseph Beuys aus. Zu diesem Zeitpunkt war der Künstler bereits zweimal auf der Documenta vertreten gewesen, war als Professor der Düsseldorfer Kunstakademie bei Studierenden beliebt, im Programm wichtiger Galerien der westdeutschen Nachkriegs-Kunstwelt und hatte mit medienwirksamen Auftritten Aufsehen bei einer breiten Öffentlichkeit erregt.

Auch die Basler Ausstellungen (1969 waren es gleich zwei) wurden von Presse und Öffentlichkeit viel beachtet, dabei äusserst kontrovers diskutiert. Der Gesprächsbedarf war gross, sodass das Kunstmuseum zu einem gut besuchten Diskussionsabend lud, was der Anfang einer jahrelangen Auseinandersetzung mit Beuys’ Kunst und Person am Museum und in Basel war.

Rückblickend zeigt sich, dass der Künstler und sein Werk wichtige Impulsgeber waren, um das Kunstmuseum «als wirklich heutiges Museum» zu denken, wie es der damalige Direktor Franz Meyer sah. Ein Projekt, das durch den intensiven Austausch mit der Emanuel Hoffmann-Stiftung, schliesslich durch die Eröffnung des ‹Museum für Gegenwartskunst› vor gut vierzig Jahren im St. Alban-Tal auch als Gebäude realisiert werden konnte.

Bild: Joseph Beuys, Aktion im Moor, Eindhoven, Niederlande, August 1971, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021; Foto: Gianfranco Gorgoni, (c) Maya Gorgoni

Text Kunstmuseum Basel

Camille Pissaro

Kunstmuseum Basel

Camille Pissarro (1830–1903) gehörte zu den bedeutendsten Künstlern im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Entlang seines überaus vielfältigen Werks entfaltete sich die Geburtsstunde der Moderne. Trotzdem wird Pissarro in der heutigen Kunstgeschichte oft an zweiter Stelle genannt. Die letzte Ausstellung eines Schweizer Museums, die diesem wichtigen Künstler gewidmet wurde, liegt über sechzig Jahre zurück.

Die umfassende Herbstausstellung im Kunstmuseum Basel bietet einen Überblick über das Schaffen Pissarros und legt das Augenmerk auf seine Zusammenarbeit mit Zeitgenossen. Als Freund und Mentor pflegte Pissarro rege Beziehungen mit Künstlern verschiedener Generationen wie Paul Cézanne, Claude Monet, Paul Gauguin, Edgar Degas, Mary Cassatt und weiteren. Der intensive Austausch kann als Katalysator für die wichtigsten Entwicklungen der Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstanden werden.

Als zentrale Figur prägte Pissarro den Impressionismus massgebend. Dabei schenkte er als einziger Impressionist der Landschaft wie auch der menschlichen Figur gleichermassen Aufmerksamkeit. Just in dem Moment, als der Impressionismus auch unter Sammlern Zustimmung fand und den Künstlern Geld einbrachte, wandte Pissarro sich in den 1880er Jahren einer zweiten malerischen Revolution zu – dem Neo-Impressionismus. Damit bewies er erneut seinen unbedingten Willen zu künstlerischem Fortschritt.

Text Kunstmuseum Basel

Michaela Eichwald

Kunsthalle Basel

In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Schweiz präsentiert die deutsche Künstlerin Michaela Eichwald (* 1967) neue Gemälde, auf deren üppig beschichteten Oberflächen aus unkonventionellem Trägermaterial wie Lederimitaten oder Autositzbezügen sich eine künstlerische Praxis zwischen Abstraktion und Figuration, Sprache und Gestik ausbreitet – im Versuch, die klassischste Gattung der Kunstgeschichte, die Malerei, neu zu denken.

Text Kunsthalle Basel

Bild: Michaela Eichwald, Heute kein Besuch, 2020