Wettrüsten und Wettlauf ins All

 

Das Thema Wettrüsten war in den Printmedien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Bild und Wort ständig präsent. Bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann die Systemkonfrontation zwischen West und Ost, die man als Kalten Krieg bezeichnet. Ein Bestandteil des Konflikts bildete das Wettrüsten zwischen den USA und der 1949 gegründeten NATO auf der einen und der Sowjetunion und dem Ostblock auf der anderen Seite, das bis zur Selbstauflösung des Warschauer Pakts Anfang der 1990er Jahre anhielt. Anfang der 1950er Jahre – der Zeit des Koreakriegs – nahm der Rüstungswettlauf zwischen Ost und West an Umfang und Tempo zu. Beteiligt waren fast alle Industriestaaten der Welt. Technologische Innovationen ließen vorhandene Rüstungsgüter – zum Beispiel Flugzeuge – rasch veralten. All das führte zu einer Kostenexplosion und zur bislang größten Aufrüstungswelle der Geschichte.

Zu beobachten war die Anhäufung riesiger Bestände spektakulär neuartiger Waffenkategorien in den darauffolgenden Jahrzehnten – neben den Atomwaffen auch chemische und biologische Waffen. Technologisch behauptete das westliche Bündnis und insbesondere die USA nahezu während des gesamten Rüstungswettlaufs im Kalten Krieg einen Vorsprung vor der Sowjetunion. Die wohl bemerkenswerteste Ausnahme hiervon war die erstmalige Entwicklung einer funktionsfähigen Interkontinentalrakete durch die Sowjetunion – der sogenannte Sputnik-Schock von 1957. So wurde 1960 von der Sowjetunion die R-7, eine Weiterentwicklung der Trägerrakete des Sputnik, als weltweit erste Interkontinentalrakete in Betrieb genommen. Im Bereich der Massenvernichtungswaffen wurde zunächst vor allem die Zahl und die Sprengkraft der Kernwaffen erhöht.

 

 

Bild: Replik von Sputnik-1

Bildquelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Sputnik_crisis#/media/File:Sputnik_asm.jpg