#Vivian Greven Bilder: ›Nabel‹

Bild: Vivian Greven, ›E.A. I‹, 2020, Öl und Acryl auf Leinwand,120 x 90 cm, Courtesy der Künstlerin und Sammlung Gebrüder Kristen, Hamburg, Foto: Ivo Faber

Vivian Greven nahm sich für diese Arbeit die Abbildung einer Venus–Skulptur mit Apfel von Bertel Thorvaldsen (1813/16) als Vorlage. Sie bezieht sich auf die mythologische Erzählung des Urteils von Paris: Alle Götter sind zur der Hochzeit von Peleus und Thetis geladen, bis auf Eris, die Göttin des Streits. Sie rächt sich mit dem Apfel ›Für die schönste Göttin‹. Die Entscheidung wird dem irdischen Königssohn Paris überlassen. Zur Wahl standen Juno (Hera), Minerva (Athene) und Venus (Aphrodite), die Göttin der Schönheit und Liebe, die den Apfel gewann. Als Belohnung versprach Venus Paris die Liebe der schönen Helena von Troja, wodurch letztendlich der Trojanische Krieg ausgelöst wurde.

Greven greift sich in ihrer Darstellung den Moment nach dem Schönheitswettbewerb heraus. Die schönste Frau hält den Apfel als Beweis ihrer Schönheit anerkennenden hoch. Der Titel des Bildes ›E.A.‹ verweist auf die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten des Apfelmotivs. So könnte ›E.A.‹ durchaus auch für Evas Apfel stehen. Denkt man an den menschlichen Sündenfall im Alten Testament erscheint die verbotene Frucht in einem ganz anderen Licht: Als sinnlich-verführerische, als Ende der Unschuld.