#ÜberKörper Readings: Körper als Mythos

Der Unterschied zwischen Wissen und Glauben bleibt eine sich stets verschiebende Gratwanderung. Wissenschaftliche Methoden versuchen eine Grenzlinie zu ziehen – möglichst dingfest zu machen, was als wissenschaftliche Erkenntnis Gültigkeit hat. Obgleich Verwerfung und Neuformulierung von Erkenntnis das Grundprinzip von Wissenschaft überhaupt ist. Künstlerische Strategien hingegen verwischen oftmals diese Trennungen und spielen mit Wissen und Glauben, mit Kennen, Erkennen und Neuentdecken. 

Auch Vivian Grevens Arbeiten spielen mit den mächtigen Assoziationen eines kulturell–mythologischen Gedächtnisses. Sie zeigt Körper, die an große antike Vorbilder erinnern, welche sich über die Jahrtausende durch Schaffen, Schauen und Erzählen weitergetragen haben.

Wir wollen fragen: Was glauben wir über Körper? Was wird uns über Körper erzählt? Was erzählen wir? Was kann man überhaupt über Körper wissen? Wie teilen wir sie ein? Und warum klaffen Wahrheit und Ideal so weit auseinander? 

Bild: Fragment eines kolossalen Jugendkopfes. 2. Jhd BC. The Metropolitan Museum of Art, New York City, US.