#ÜberKörper Readings: Körper als Ideal

Vitruvs idealisierten Maßverhältnisse des menschlichen Körpers gingen offensichtlich einen langen Weg: Harmonie und Schönheit wurden durch die Teilung der menschlichen Gestaltung und Platzierung im Quadrat als mathematisch erfassbar dargestellt. Das Modell dieser menschlichen Perfektion ist dabei gleichzeitig im Humanismus des 15. Und 16. Jahrhunderts Ideal. Und noch heute stützt sich unsere Idee von Menschlichkeit hierauf. Doch dort wo der Humanismus Freiheit und Gleichheit propagiert, schränkt er ein, was überhaupt als ›menschlich‹ gilt.

›Not all of us can say, with any degree of certainty, that we have always been human, or that we are only that. Some of us are not even considered fully human now, let alone at previous moments of Western social, political and scientific history.‹ (Rosi Braidotti 2013, 1) Zu deutsch: ›Nicht alle von uns können sicher sagen, dass wir schon immer menschlich waren, oder dass wir nur das sind. Einige von uns werden nicht einmal jetzt als vollwertige Menschen angesehen, geschweige denn zu früheren Zeitpunkten der westlichen Sozial-, Politik- und Wissenschaftsgeschichte.‹

 

Bild:  ›Ain’t I a Woman? A Midwest Newspaper of Women’s Liberation‹ – a newspaper published from 1970-1974 in Iowa City, US.