#ÜberKörper Readings: Körper als Fragment

Die Fragmentierung des Körpers als Zeichen seiner Konstruiertheit birgt jedoch auch emanzipatorisches Potential: Die Verbindung zwischen Zeichen und Bedeutung beginnt zu bröckeln. Es können nun andere Körperbilder vorgeschlagen werden oder der Sachverhalt der misogynen Reihe von Bedeutungen für den ›weiblichen‹ Körper ironisch kommentiert werden. Jane Graverol’s ›L’Esprit Saint‹ (1965) macht unsere Vorstellung des weiblichen Körpers zu ihrem Bildsujet: Wir sind uns sicher, einen einen weiblichen Torso zu erkennen. Doch wieso eigentlich? Man kann außerdem nun auch fragen, wie und warum der Körper in spezifischen Kontexten auf eine festgeschriebene Art und Weise konstruiert ist. Dafür ist Cindy Shermans Reihe ›Sex Pictures‹ Anfang der 90er interessant.

Anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte wollen wir verschiedene fragmentierte Körperkonstruktionen kritisch befragen. Was bedeutet es, dass uns in der Kunst vorgestellte Körper begegnen? Sind die neutral oder was schwingt mit? Wie konstruiert man einen Körper? Wann ist er ganz? Und welchen Anklang finden Ideen des Fragments, der Konstruktion und der Imagination bei Vivan Grevens Arbeiten?