Susanne Weiß

Seiichi Furuya, ›Graz‹, 1983

»Christine nimmt mich jedes Mal aufs Neue wieder mit. Ich blicke auf das Foto und reite mit ihr in die Tiefe, Weite, Ferne. Pferde sind Krafttiere, denen du nichts vormachen kannst, sie spüren alles, jede Spur von Angst, Unsicherheit, Freude, Liebe und Aufregung. Meine Eltern brachten im Doppelpack ein Shetlandpony und eine Araberstute mit nach Hause, da war ich sechs, und es war das Beste, was mir – für meine Kindheit und Jugend auf einem Dorf, das zwischen VW und Peine-Salzgitter Stahl angesiedelt ist – passieren konnte.

Erst jetzt habe ich gesehen, dass das Bild auch in Farbe existiert. Ich glaube, auch Seiichi Furuya hat es erst entdeckt, als er letztes Jahr begann, Fotos, die seine Frau Christine gemacht hat, zu belichten. Plötzlich taucht sie auf, aus dem Dunkel, steht am helllichten Tag auf der Wiese mit diesem kraftvollen Tier. Es ist ein ganz anderes Bild.«