Spatial Turn

Als Spatial turn (von lat. spatium ‚Raum‘, engl. turn ‚Wende‘), auch topologische Wende, seltener raumkritische Wende, wird seit Ende der 1980er-Jahre ein Paradigmenwechsel in den Kultur- und Sozialwissenschaften bezeichnet, der den Raum bzw. den geographischen Raum als kulturelle Größe wieder wahrnimmt. Ein Paradigmenwechsel liegt insofern vor, als damit einhergeht, dass nicht mehr allein die Zeit im Zentrum kulturwissenschaftlicher Untersuchungen steht, wie dies in der Moderne der Fall war, sondern ihr nun auch der Raum an die Seite gestellt wird. Die englischsprachige Benennung der topologischen Wende ist nicht eindeutig. Verwendung finden: ›spatial turn‹, ›topographical turn‹ und ›topological turn‹.

Wie besonders gut am virtuellen Raum des Internets ersichtlich ist, wird hier eine neue Raumauffassung nötig, die den Raum nicht mehr als einen Behälter versteht, in dem sich Menschengruppen und Kulturen befinden. Stattdessen erscheint der Raum nun als das Ergebnis sozialer Beziehungen, das dem Interesse und Handeln einzelner Menschen oder Gruppen entspringt, der natürliche (oder reale) Raum wird ergänzt durch die für das Subjekt dominante, sozial und kulturell überformte Raum-Wahrnehmung bzw. -konstruktion.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Spatial_turn)