Prof. Dr. Ulrich Hilgenfeldt

Rudolf Hellwag, ›Auslaufendes Fischerboot‹, 1898

»Rudolf Hellwag, (geb. 14.9.1867 in Innsbruck, †24.2.1942 Berlin) studierte von 1890–1895 an den Kunstakademien München und Karlsruhe. In dieser Zeit war er Meisterschüler bei Ferdinand Keller und Gustav Schönleber. Er unternahm zahlreiche Studienreisen an die Nord- und Ostseeküste, nach Schweden und Norwegen, nach New York und Italien. Längere Studienaufenthalte führten ihn 1900 nach Cornwall (St. Yves) und nach London, wo er ab 1903 lebte und als Repräsentant deutscher Malerei in England galt. Künstlerisch bevorzugte er Küsten- und englische Landschaftsmotive. Interessant an der Darstellung des auflaufenden Fischerbootes aus dem Hafen Le Tréport in der Normadie ist u. a. die lange Rußfahne des Dampfschiffes im Hintergrund. Sie deutet schon auf die beginnende Umweltverschmutzung hin.

Rudolf Hellwag nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, u. a. auf der Großen Berliner Kunstausstellung und in der Berliner Sezession und ist in zahlreichen Sammlungen vertreten. Beispielsweise in der Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe mit ›Das weiße Segel‹,1910 oder in der Kunsthalle Mannheim mit ›Morgen auf der Themse‹, 1907. Er gestaltete auch eine Reihe von Wandgemälden, so z. B. an der Technischen Hochschule in Karlsruhe sowie in der Universitätsbibliothek Heidelberg. Dieser spezielle Bezug zu Heidelberg scheint aber einer Umbaumaßnahme zum Opfer gefallen zu sein.«