Moghul Synkretismus

Synkretismus ist das Zusammenführen unterschiedlicher Glauben und Traditionen. Der Begriff wird meist in der Theologie verwendet, reicht aber auch in die Soziologie hinein und bezieht sich auf die Vereinigung verschiedener kultureller Elemente. 1582 gründete der Moghul-Kaiser Akbar die Dīn-i Ilāhī, eine synkretistische Religion, mit der Absicht, verschiedene religiöse Elemente seines Reiches zu vereinen. Diese Periode ist auch ein Beispiel für einen Synkretismus der Kulturen in verschiedenen Kunstsparten.

Die Dīn-i Ilāhī ist in erster Linie dem Islam und dem Hinduismus entnommen. Der indo-muslimische Kult setzt sich für Toleranz ein und leitet sich direkt aus dem Sufi-Denken ab. Zu dieser religiösen Gruppe zählte nie eine hohe Nummer an Mitgliedern, und sie überlebte nicht den Tot Akbars.

Während dieser historischen Periode wurde der indische Subkontinent Ort eines Zusammentreffens von Kulturen, in denen turk-mongolische, hinduistische, persische, chinesische und jesuitische Einflüsse miteinander verflochten sind. Der von Akbar in Auftrag gegebene Hamzanama-Bildband ist Schlüsselwerk und zentraler Ausgangspunkt der Moghul-Miniaturmalerei. Die Entwürfe sind Zeugnisse einer grundlegenden Erfahrung von Transkulturalität und Globalisierung.