Moghul-Miniaturmalerei

Die Moghul–Miniatur ist ein Malstil, der am Hof des Mogulreiches im 16. bis 18. Jahrhundert entwickelt wurde. Die Miniaturen, die in Kombination mit Text auf Papier gemalt werden, werden oft in Bildbänden aufbewahrt. Die Kunstform vereint persische, indische und europäische Stil- und Themenelemente.

Die Kunstgattung entstand aus der persischen Miniaturmalerei, als der zweite Moghul-Kaiser Humayun (1508-1556) im Zuge seines Exils beschloss, persische Maler an seinem Hof aufzunehmen. Der Stil entwickelte sich mit den Hindu-Malern und ersten Kontakten mit der europäischen Druckgraphik. Die facettenreiche Kunst der Moghul-Malerei spiegelt eine Vielfalt von historischen Impulsen wider. Sie schwankt zwischen einem persischen Stil und einer naturalistischen Malerei, reproduziert aber bewusst nie ganz die europäische Manier. Das illustrierte Manuskript der Hamzanama, das unter dem Moghul-Herrscher Akbar (1542-1605) entstand, ist ein Schlüsselwerk in der Entstehung der Moghul-Miniaturmalerei.

Die Kunsthistorikerin Kavita Singh bietet ein nicht-lineares Verständnis der Entwicklung der Moghul-Miniaturmalerei. Sie beschreibt eine Kunstform, die sich zwischen der persischen und europäischen Manier hin und her bewegt. Die Gemälde waren Ausdruck der Anziehung als auch der Abstoßung dieser unterschiedlichen Stile. Dies drückt sich in den hybriden Gemälden aus, in denen manchmal zwei verschiedene Stile von den Malern benutzt wurden, um zwei konzeptuelle Welten in einem einzigen Bild auszudrücken.

 

Vortag bei Kavita SinghLooking East, Looking West: Mughal Painting between Persia and Europe November 19, 2015 Getty Center

 

Bild:

›Krishna Holds Up Mount Govardhan to Shelter the Villagers of Braj‹, Folio from a Harivamsa, The Legend of Hari (Krishna), ca. 1590–95