›brennend. monotypie‹, 265 x 180 cm Öl, Gesso auf Baumwolle

Lange Rauchwolken aus schwarzen geschwungenen Linien ziehen sich über den Großteil des Bildes. An einigen Stellen läuft die schwarze, im Fluss getrocknete, Farbe zusammen. Bei genauerem Hinsehen weisen die vermeintlichen Pinselstriche eine eigenartige, gar Pixel–ähnliche, Struktur auf.

Tatsächlich handelt es sich bei diesem Bild um einen Abdruck. Als Grundlage diente dem Künstler die Radierung eines Stadtbrandes, die vergrößert, projiziert und schließlich auf Platte gemalt wurde, um den resultierenden Druck auf den Bildträger zu ermöglichen. Matthias Gmeiner interessiert hier die Frage, wie weit sich ein Bild seinem Ursprung entheben kann.

Schichtweise werden Bilder übermalt, Teile wieder freigelegt, bleiben übrig. In dieser forschenden Position öffnet sich für Matthias Gmeiner die Möglichkeit verschiedener Drucktechniken. Bei dem Druckverfahren der Monotypie wird Farbe von glatt geschliffenen Platten abgedruckt. Sichtbar ist das, was am Malgrund haften bleibt. Das eigentliche Motiv entfernt sich von seiner Gegenständlichkeit und löst die Unterscheidung zur abstrakten Malerei auf. Der Arbeitsprozess bewegt sich dabei zwischen Kontrolliertem und Unkontrolliertem.