Lisbeth Geisel

Christian Philipp Koester, ›Sonnenuntergang‹, o. J.

»Das Bild wurde ca. Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Tante der Familie der Mutter meines Mannes käuflich erworben. 1960, nach dem Tode seiner Mutter, kam es in den Besitz meines Mannes. Da der Name des Malers uns nicht bekannt war und das Bild unsigniert ist, bat mein Mann Prof. Klaus Mugdan, den er kannte, das Gemälde zu begutachten. Er konnte es als Werk von Christian Philipp Koester bestimmen, das 1825 in Karlsruhe anlässlich einer Kunst- und Industrieausstellung gezeigt wurde, damals fälschlicherweise als ›Sonnenaufgang‹ bezeichnet. In einer Festgabe des Kurpfälzischen Museums, der ›Koesteriana‹, verfasst 1968 von Herrn Mugdan zum 70. Geburtstag von Georg Poensgen, wurde das Gemälde neben anderen Werken C. P. Koesters vorgestellt. Seit dem Tode meines Mannes 2010 ist es in meinem Besitz. Das Bild berührt mich sehr. Es zeigt den Blick über die Rheinebene Richtung Westen. Die Sonne ist gerade untergegangen, der Himmel leuchtet in mystischen Farben. Das letzte Licht erhellt den Rücken einer Frau, die auf Knien das Naturereignis gebannt betrachtet. Sie befindet sich auf einer Anhöhe (Molkenkur?), neben ihr ein kleines Kind, das mit ihr den Himmel bestaunt. Unten in der Ebene leuchtet der Neckar auf seinem Weg nach Norden. Vom Bild gehen eine Ruhe und Harmonie aus, die den Betrachter aus der Hektik des Alltags in eine andere Welt versetzen. 1977 wurde das Gemälde im Rahmen der Ausstellung ›Naturbetrachtung – Naturverfremdung‹ in Stuttgart ausgestellt.«

Öl auf Leinwand, 64 x 84 x 7 cm