KP Brehmer

KP Brehmer

Motiv ›Give‹ Art. B/039, 1968, Klischee

Hamburg – E. Thälmann (rot)‹, 1971, Postalia-Grafik

KP Brehmer (1938 – 1997) war ein deutscher Grafiker, Maler, Filmemacher und Professor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.
Beeinflusst von der Pop Art, aber auch vom politischen Aufbegehren der jungen Generation der 1960er Jahre definierte Brehmer eine Formensprache, die sich Motive aus der populär Kultur bediente. Er nutzte alltägliche Motive aus der Werbung und den Massenmedien. KP Brehmers Themen umfassen u.a die Verdrängung der Nazivergangenheit, Sexismus, Vietnamkrieg, Rassismus und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Ab 1966 entwickelte Brehmer die Werkgruppe der Briefmarken. Durch die Erfindung fiktiver Postwertzeichen wie der westdeutschen Briefmarke mit dem Kopf des Kommunisten Ernst Thälmann, lässt Brehmer deren massenwirksame, z.T. propagandistische Funktion erkennbar werden. Ernst Thälmann (1886–1944) war von 1925 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands, die er von 1924 bis 1933 im Reichstag vertrat. Thälmann wurde im August 1944, nach über elf Jahren Einzelhaft, vermutlich auf direkten Befehl Adolf Hitlers, erschossen.

In den 1970er Jahren veränderte sich seine Arbeitsform und er entwickelte sog. ›diagrammatische Arbeiten‹, in denen Farbmuster, Landkarten und Statistiken verarbeitet wurden. Seine bekannteste Arbeit ist eine manipulierte Deutschlandfahne (›Korrektur der Nationalfarben‹, 1972), die die ungleichen Besitzverhältnisse in der Bundesrepublik in das Verhältnis der Farben Schwarz-Rot-Gold übersetzte.