Karin Heyl

Franz Ackermann, ›Themroc‹, 2011

»Die Gründe dafür, dass ich ›Themroc‹ von Franz Ackermann so mag, haben sich über die Jahre verändert – oder erweitert. Als wir die Arbeit gekauft haben, war die zeitgenössische Kunst für mich tatsächlich eine abenteuerliche Entdeckungsreise in neue Welten, zu neuen Perspektiven. Und Franz Ackermann ist ein Zeitgenosse, der Zugang zu seiner Kunst war für mich ganz unmittelbar, die Entscheidung ganz schnell getroffen. Heute erinnert mich die ›mental map‹ Franz Ackermanns daran, dass alles anders vorgestellt werden kann, bunter, verrückter. Und wenn ich mir die Welt anders vorstellen kann, dann kann sie auch anders sein – die Welt als Möglichkeits- und Gestaltungsraum. Aber dieser Möglichkeitsraum schließt auch die Möglichkeit ein, Nein zu sagen, sich zu verweigern.

Franz Ackermann zitiert hier einen Film, der kein Schwarz-Weiß-Film ist – und wahrscheinlich auch kein Meisterwerk der Filmgeschichte. Aber der anarchische Akt der Verweigerung Themrocs (Michel Piccoli ist in dieser Rolle großartig!) – seine Verweigerung der Arbeit, der Gepflogenheiten des Umgangs, der Sprache und ihrer Bedeutungen – mit all seinen absurden, auch komischen Konsequenzen hat etwas Ermutigendes. Wenn ich hier bin und das tue, was ich tue, ist das meine Entscheidung; ich könnte auch anders entscheiden.

Die beiden Sphären – die der Verweigerung sowie die der Fantasie und Gestaltung – stehen in dieser Arbeit ästhetisch in einem Spannungsverhältnis, das sich für mich nie erschöpft oder auflöst. ›Themroc‹ habe ich noch nie gelangweilt betrachtet.«

90 x 130 cm