Kalamkari

Kalamkari ist eine Technik der Textilmalerei. Sie entstand wahrscheinlich aus der mündlichen Tradition des Geschichtenerzählens. Sie stammt aus verschiedenen Regionen Indiens und wurde von der persischen Kunst unter mittelalterlicher islamischer Herrschaft beeinflusst.

Das Wort Kalamkari ist von den persischen Begriffen kalam (Feder) und kari (Handwerk) abgeleitet. Die Kalamkari-Motive werden in der Regel von Hand mithilfe eins Bambusrohrs gezeichnet. Der Prozess umfasst zahlreiche Schritte, in denen das Baumwollgewebe mit natürlichen Farbextrakten aus Wurzeln, Blättern und Mineralsalzen gefärbt wird. Eines der traditionellen Themen für diese Gemälde ist die Darstellung der Hindu-Mythologie. In der Antike zogen Gruppen von Sängern, Musikern und Malern von Dorf zu Dorf, um die Szenen aus den Epen zu erzählen. Während sich die Geschichte entfaltete, illustrierten sie ihre Erzählung mittels großer Stoffstücke, die vor Ort mit den ihnen zur Verfügung stehenden rudimentären Mitteln gemalt wurden.

Während der Moghul-Ära gewann die Kalamkari Kunst an Anerkennung. Seit dem 18. Jahrhundert und der Kolonisierung Indiens wurde sie von den Briten vor allem wegen ihres dekorativen Aspekts geschätzt. Die Kunst entwickelte neue Motive, die aus der profanen Welt stammten. Heute findet sich die Kalamkari Technik, wie die Ikat Technik, in der Bekleidungsindustrie wieder.

 

Bild: Kalam-Werkzeuge, Sammlung Nadira Husain