Inflatable

Als die Bevölkerung in den Städten in den 1950er Jahren stark zu wachsen begann, beschleunigte sich auch der Prozess der Stadtentwicklung mit großen funktionalistischen Wohnblöcken aus Stahl und Beton. Dies veranlasste junge Architekten und Stadtplaner dazu, die Möglichkeiten temporärer und mobiler Architektur mit aufblasbaren Medien zu erforschen.

Inspiriert von Raumfahrt, Kybernetik und Hippie-Kultur wurden die leichten und mobilen Strukturen genutzt, um auf die politischen Herausforderungen der Zeit zu reagieren. Vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an der Urbanisierung und Umweltverschmutzung wurden ökologische, sich selbst regulierende Räume geschaffen. Aufblasbare Umgebungen boten so Raum für nomadische Formen des Zusammenlebens.

Anstelle von Baumaterialien wie Beton, Stahl, Glas oder Holz, griffen sie auf kostengünstiges PVC zurück und kreierten durchsichtige, aufgeblasene Bauten. Durch das leichte, aber nichtsdestotrotz strapazierfähige Material entstanden rekonfigurierbare Erlebnisräume, die schnell auf- und abgebaut werden konnten und einfach zu transportieren waren. So dienten die Bauten auf Festivals oder wurden innerhalb von Performances und Happenings eingesetzt.

Der flexible, nomadische Aspekte dieser pneumatischen Architektur – ihre kurze Zeitspanne und die Fähigkeit, ständig wechselnde Situationen zu schaffen – waren Schlüsselmerkmale in Projekten von Haus-Rucker-Co sowie dem Kollektiv Ant Farm.