Ikat

Ikat ist eine Färbetechnik, die zum Bemustern von Textilien verwendet wird. In vielen Teilen Indiens werden Kleider wie Dupattas, große Schals, die von Frauen getragen werden, aus Ikat-Stoffen hergestellt. In manchen ihrer Gemälde verwendet die Künstlerin Nadira Husain Ikat-Stoff als Leinwand.

Ikat-Stoffe werden hergestellt, indem die Fäden vor dem Weben des Stoffes gefärbt werden. Die Fäden – in der Regel Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen – werden fest zusammengebunden, bevor sie in das Färbebad getaucht werden. Dieser Prozess ermöglicht es, in der Struktur des Stoffes visuelle Muster zu erzeugen, die von einfachen geometrischen Mustern bis hin zu komplexen Strukturen reichen. Der Begriff Ikat kommt aus dem Malaysisch, aber die Technik findet sich in zahlreichen Regionen der Welt wieder. In Indien kann sie je nach Region als Bandha, Bandhani oder Pochumpalli bezeichnet werden.

Husains Umgang mit Ikat oder mit Kalamkari steht in Verbindung zu der Arbeit ihrer Großtante Surrayia Hassan Bose. Seit der Unabhängigkeit widmete diese ihr Leben der Aufwertung des traditionellen indischen Kunsthandwerks im Bereich Textilien. Husain sieht in der Verwendung solcher Techniken die Möglichkeit, sich mit diesem Handwerkswissen zu verbinden, das aufgrund der Globalisierung und der Massenproduktion zu verschwinden droht.

 

 

Bild: Nadira Husain: ›Équilove‹, 2017, 204 x 140 cm, Gouache auf Ikat-Stoff, © Private Sammlung