Hendrik Bündge

Lasse Schmidt Hansen, ›Untitled Plan‹, 2011

»Da ich ja einige Jahre während meines Studiums Mitarbeiter im Heidelberger Kunstverein war, konnte ich natürlich sehr viele Erfahrungen sammeln und habe es genossen, direkt mit den Künstlern zusammenzuarbeiten. Es gab einmal eine Doppelausstellung, die mich nachhaltig sehr beeindruckt hat: Im Erdgeschoss waren wir zwei Wochen von morgens bis abends damit beschäftigt, die Einzelausstellung der dänischen Künstlerin Lilibeth Cuenca Rasmussen aufzubauen, während es zeitgleich oben auf der Galerie eine Einzelausstellung des dänischen Künstlers Lasse Schmidt Hansen gab. Lasses Ausstellung war sehr minimalistisch, was mich jedoch sehr beeindruckt hat war die Tatsache, dass Lasse zwei Wochen lang jeden Morgen zusammen mit uns (Aufbauteam) im Kunstverein war und meistens bis zum Feierabend (23 Uhr abends) an seiner Ausstellung arbeitete. Dabei dachte er viel nach und arrangierte die wenigen Werke der Ausstellung immer wieder um. Als Student beeindruckte dies mich sehr.

Eine Arbeit bestand aus übereinandergeklebten Grundrissplänen des Kunstvereins, auf denen Lasse verschiedene Möglichkeiten der Installation ausprobiert hatte. Einige Zeit nach dem Ende seiner Ausstellung entdeckte ich die Arbeit auf der Art Cologne und konnte diese über den Zeitraum von drei Jahren in monatlichen Raten bei seiner Stuttgarter Galerie Reinhard Hauff abstottern (ich bin Reinhard Hauff und seinem damaligen Mitarbeiter Philipp Ziegler, heute Kurator am ZKM in Karlsruhe, ewig dankbar). Eine tolle Arbeit – und gleichzeitig eine Art Souvenir oder Erinnerung, da ich neben dem Aufbau auch im Kassendienst arbeitete und so jeden Tag mit meinem alten Arbeitsplatz (dem runden, UFO-ähnlichen Kassentresen, der im Zuge des Umbaus des Kunstvereins abgerissen wurde) konfrontiert bin.«

Mixed Media, 70 x 50 cm