Hamzanama  

Die Hamzanama, oder das Buch von Hamza, ist ein illustriertes Manuskript, dessen Bilder den moghulischen Malstil hervorbrachten. Die 1400 Illustrationen wurde im Auftrag des Moghul-Herrscher Akbar (1542-1605) am islamischen Hofe von 1562 bis 1577 gefertigt. Sie verbinden persische, zentralasiatische und indische Stile zu einer künstlerischen Fusion.

Die Hamzanama basiert auf einer über viele Jahrhunderte mündlich überlieferten Geschichte. Sie erzählt von Hamza ibn Abdul-Muttalib (ca. 569-625), dem väterlichen Onkel des Propheten Mohammed (ca. 570-632) und den Kämpfen der Muslime gegen die Ungläubigen‹ – aber auch von legendären Magiern, Dämonen und Feen, von Helden und Spionen.  Der Moghul–Kaiser, auch bekannt als Akbar der Große, – selbst Analphabet – liebte es, die Erzählungen zu hören. Er gab daher den umfangreichen Illustrationsband in Auftrag.

Die Miniaturen zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie für Miniaturmalereien ungewöhnlich groß sind: Sie haben die Maße von 69 x 54 cm.  Von den ursprünglich 1.400 Blättern sind insgesamt 200 Illustrationen im Victoria and Albert Museum, Großbritannien, und im MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, Österreich, erhalten.

 

Bild: ›The Death of Hamza‹, Illustration to the Hamzanama, or Book of Hamza, Gouache and gold on cotton, backed with paper, Mughal, c. 1562-77, © Victoria and Albert Museum, London