Glashaus: Erlebnisraum / Lebensreform

Es war als ein Erlebnisraum konzipiert.
Der utopische, auf der Kunst basierende Impuls zur Lebensreform, der von verschiedenen Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts ausging und u.a. vom Deutschen Werkbund sowie vom Bauhaus verallgemeinert wurde, findet im Bild des Glashaus seinen adäquaten Ausdruck. In einem einzigen Ding – dem Glashaus – wird der Anspruch deutlich, eine neue Einheit von Natur, Kunst und Technik zu erreichen.

Das Glashaus stand ein wenig im Abseits des Kölner Ausstellungsgeländes, näher dem benachbarten Rummel als dem eigentlichen Terrain des Werkbundes platziert, was die beteiligten Firmen als Nachteil empfanden, Taut aber auf Grund der Erlebnisqualität seines Gebäudes nicht ganz unlieb war.

Nachdem im August 1914 die Ausstellung im Zuge der Mobilmachung geschlossen wurde, überlebte das Bauwerk die Kriegsjahre noch als geplündertes Betonskelett und wurde zu Beginn der 1920er Jahre abgerissen.

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