Glashaus (Bruno Taut, 1914)

Zur Geschichte des Gebäudes

Das Glashaus von Bruno Taut ist für die Werkbund-Ausstellung 1914 in Köln als Reklame-Pavillon der Glasindustrie entstanden. Diese funktionale und vor allem kommerzielle Identität des Gebäudes störte Bruno Tauts als priesterlich empfundene Berufung, „ein Gewand für die Seele zu bauen“ nicht und war kein Hindernis, seine kosmischen Architekturvisionen zu realisieren.

 

 

Das Bauwerk kam unter großen Schwierigkeiten zustande und Taut musste letztlich den Bau weitgehend selbst finanzieren. Im Sommer 1914 wölbte sich seine gläserne Kuppel am Kölner Rheinufer auf der Ausstellung des Deutschen Werkbundes, beschriftet mit den Glashaus-Sprüchen des Dichters Paul Scheerbart [Beispiele: „Das bunte Glas zerstört den Hass“ und „Das Glas bringt uns die neue Zeit, Backsteinkultur tut uns nur leid“]. Scheerbart beschrieb die Glasarchitektur im Sinne eines irdischen Paradieses. Schon in seiner ursprünglichen Erscheinung hatte das Glashaus mit seinem maschinenartigen, technisch hoch definierten Charakter Elemente, die über die bauliche Gestalt hinausgingen.

 

Bild: der Glashaus Pavillon von Bruno Taut auf der Kölner Werkbundausstellung, 1914, gemeinfrei