Fotobuch / Künstlerbuch

Künstler*innen und Autor*innen Fotobücher unterscheiden sich von herkömmlichen Bildbänden oder Katalogen zunächst dadurch von Künstler*innen selbst zusammengestellt zu sein und z. T. eigenwillige Ordnungen, Textsorten und Bildzusammenstellungen zusammenzuführen. Sie dienen häufig nicht einer einfachen Informationsübermittlung oder der Erklärung von Sachverhalten und Intentionen der Künstler*innen. Vielmehr verstehen Künstler*innen ihre Bücher als eigenständige künstlerische Arbeiten. Dies betrifft nicht nur die Buchgestaltung sondern vielmehr auch den redaktionellen  Aufbau, die Auswahl und Anordnung von Texten und Bildern, die häufig nicht geläufigen Erklärungsmustern folgen.

Das Fotobuch galt lange als das eigentliche Medium zur Veröffentlichung künstlerischer / journalistischer Fotografien. Im Gegensatz zu Tageszeitungen, Zeitschriften, Magazinen, Bildbänden oder Katalogen konnten die Autor*innen größeren Einfluss auf die Zusammenstellung und Auswahl und Abfolgen nehmen. Dadurch konnten sie Schwerpunkte setzen und Zusammenhänge oder narrative Abfolgen nahelegen. Häufig werden Literaten und Kritiker gebeten begleitende Texte zu schreiben 

Berühmte Beispiele sind u.a.

Paris de Nuit‹ von Brassai und Paul Lorand aus dem Jahr 1933

Let Us Now Praise Famous Men‹ von Walker Evans und James Agee aus dem Jahr 1941

The Americans / Les Américains‹ von Robert Frank aus dem Jahr 1958/59

The Ballad of Sexual Dependency‹ von Nan Goldin aus dem Jahr 1986

Twenty Six Gasoline Stations‹ des amerikanischen Künstlers Ed Ruscha (*1937) aus dem Jahre 1963 versammelt Fotografien von von 26 Tankstellen entlang der Route 66 ohne jeglichen textlichen Kommentar außer der Angabe des Standorts. Das Buch wird als zunächst mit 400 Exemplaren aufgelegt doch folgen schnell  hohe Auflagen und begründen den Ruhm des Buchs und die Verbreitung des neuen Interesse und der Neufassung des Künstlerbuches in den 1960er Jahren. 

In der Ausstellung ›Yesterday’s News Today‹ werden Bücher: ›I Love Snake‹ (2016) von Clare Strand und ›One Wall a Web‹ (2018) von Stanley Wolukau-Wanambwa und ›Gasoline‹(2013) von David Campany präsentiert.

 

Bild: aktuelle Ausstellung im Heidelberger Kunstverein