WERK.STOFF: Ernst Friedrich Drewes

Mit ihrer leuchtenden Polychromie und einer dynamischen Formensprache ziehen die Bilder von Ernst Friedrich Drewes den Blick des Betrachters geradezu sogartig auf sich. In seiner Malerei verbinden sich modellierte Farbbahnen zu einer komplexen, geradezu ornamentalen Struktur. Sie verflechten sich zu einem zweidimensionalen Gewebe, das sich an zentralen Punkten der Komposition lockert und öffnet, um den Blick auf ruhigere Farbtiefen freizugeben.
Spürbar ist in diesen Bildern das Herkommen des Künstlers aus der plastischen Gestaltung. Seine frei in den Raum sich entfaltenden, aus farbigem Polyurethan geformten Objekte klingen hier deutlich nach. Ebenso deren Energie, die Ernst Friedrich Drewes in seinen Bildern ordnend verdichtet, ohne dabei die charakteristische Vitalität einzuschränken. Die Wahrnehmung des Betrachters ist angesichts der formalen Komplexität und der farbigen Präsenz dieser zwischen Fläche und Raum changierenden Malerei herausgefordert.

 

Ernst Friedrich Drewes: ›Leonid 20‹, 2008, Silber auf Polyurethan, 49 x 45 x 10 cm