Dr. Hildgund Schmidt

Werner Jahn, ›Blaue Phantasie‹, 2016

»Schon seit den frühen 50er Jahren habe ich mich für die Kunst der Moderne bzw. der Gegenwart interessiert und begeistert. Während meines ersten (medizinischen) Studiensemesters konnte ich auf der ersten Documenta 1955 die Originale der Bilder sehen, die ich vorher nur von Abbildungen kannte. Dort habe ich zum ersten Mal die Wirkung erlebt, die von einem Original ausgeht im Vergleich zu seiner Abbildung. 

Im Laufe meines Lebens habe ich immer wieder Bilder erworben. Entsprechend meinen finanziellen Möglichkeiten waren es in den 60er/70er Jahren vor allem Serigraphien (z.B. aus der Wiener Schule von Arik Brauer, Rudolf Hausner und Karl Korab). Daneben sammelte ich auch Bilder von befreundeten und lokalen Künstlern. Es handelte sich meist um gegenständliche Darstellungen. Die Bilder von Werner Jahn kannte ich seit vielen Jahren schon vor unserer Ehe. Das Reizvolle dieser Bilder, besonders der späteren, ist für mich, dass die Farb- und Formkombinationen keine vorgegebenen Inhalte darstellen oder z.B. politische Aussagen machen oder Geschichten erzählen. Sie erwecken in mir Emotionen und Phantasien. Ich fühle mich mit ihnen wohl und sie werden mir auch nicht langweilig. Das hier ausgewählte Bild ist eines von denen, die mich besonders ansprechen.«

Öl auf Leinwand, 113 x 133 cm