Dr. Beate Wolf

Max Laurent, ›Ohne Titel‹, 1989

 

»Den Künstler Max Laurent lernte ich Ende der 1970er-Jahre während meines Studienaufenthaltes in Frankreich kennen. Oft besuchte ich ihn in seinen Ateliers in Avignon und Paris. Es war für mich junge Kunsthistorikerin spannend, seinen malerischen Werdegang zu verfolgen, von den expressiven Leinwandbildern bis zu den monochromen meditativen Arbeiten der letzten Jahre. Im Jahr 1989 besuchte Max uns für einige Wochen in Deutschland. Damals hatte er gerade begonnen, sich neben der Ölmalerei mit der Gouache zu beschäftigen. Fasziniert von den Möglichkeiten der wasserlöslichen Pigmente, entstanden poetische Bilder zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, eine Ton-in-Ton-Malerei mit feinen lasierenden Farbschichten. Keine der Arbeiten von Max Laurent trägt einen Titel. Vor seiner Rückreise nach Paris schenkte mir Max diese Gouache und schrieb folgende Widmung an den unteren Rand: ›A Beate, qui est pour moi comme une soeur. Tendresse.‹.Was nach seinem allzu frühen Tod bleibt, sind einige Werke in unserer Sammlung und speziell diese Gouache, die mich an unsere tiefe Freundschaft erinnert.«

Gouache auf Papier, 65 x 91,5 cm