Die Konferenz der Vögel

Die Konferenz der Vögel ist ein mystisches persisches Gedicht des Sufi-Dichters Farid al-din Attar aus dem zwölften Jahrhundert. Es ist ein allegorisches Gedicht, das die Suche der Vögel nach dem mythischen Simorgh, ihrem idealen König, beschreibt.

 

Attar wurde in Nishapur geboren, einer Stadt in der nordöstlichen Region des Iran. Informationen über Attars Leben sind spärlich und wurden im Laufe der Jahrhunderte mythologisiert. Er ist jedoch nicht nur in der persischen, sondern auch in der islamischen Literatur von großem Einfluss. Sein Gebrauch von Symbolik und Anspielungen ist ein wesentlicher Bestandteil des Gedichts. Er schafft Gleichnisse, die eine Manifestation des Sufi-Denkens sind.

 

In dem Gedicht versammeln sich die Vögel der Welt, um zu entscheiden, wer ihr Souverän sein soll, da sie keinen haben. Nach dem Wiedehopf-Vogel, der die Reise inspirierte, ist dieser König der Simorgh-Vogel, der hinter einem mythischen Berg lebt. Um ihn zu erreichen, müssen sie sieben Täler durchqueren – die Stufen, auf denen die Sufis auf ihrem Weg zum Verständnis der wahren Natur Gottes wandern. Jeder Vogel repräsentiert einen menschlichen Fehler, der die Menschheit daran hindert, die Erleuchtung zu erlangen. Nach der Überwindung von Hunger, Durst und Krankheit kommen schließlich 30 Vögel in die Heimat des Simorghs, wo sie eine verblüffende Wahrheit erkennen: Sie sind selbst der Simorgh. Diese Reise ist ein poetischer Ausdruck des Sufi-Glaubens, dass Gott nicht äußerlich oder außerhalb des Universums liegt, sondern die Gesamtheit des Universums ist.

 

Bild:

Habiballah of Sava: ›The Concourse of the Birds‹, Folio 11r from a Mantiq al-tair (Language of the Birds), ca. 1600