Clare Strand

Clare Strand ist eine britische Konzeptkünstlerin, die mit dem und gegen das Medium Fotografie arbeitet. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sie mit Bildmaterial, kinetischen Objekten, Webprogrammen, Volksfestattraktionen und in jüngster Zeit mit großformatigen Gemälden gearbeitet. Sie lehnt die Subjektivität und den unverzüglichen Informationsanspruch ab, die so oft mit dem fotografischen Bild assoziiert werden, und geht stattdessen subtil und langsam mit Fotografien um.

Die Serie ›Snakes‹ basiert auf einer Auswahl von Bildern aus dem umfangreichen persönlichen Fotoarchiv der britischen Künstlerin. Es ist das Motiv der Frau mit Schlange, die Clare Strand in unzähligen Variationen aus unterschiedlichsten Zeiten und Publikationen in ihrem Archiv gesammelt hat. Zu den Darstellungen gehören oftmals Texte, die entweder als Bildunterschriften oder rückseitige Erläuterungen auf den Fotografien zu finden sind. Mit solchen Texten und Fragmenten speist Clare Strand einen automatischen Online-Poesie-Generator, dessen poetische Kompositionen plakativ auf die stark vergrößerten Schlangenfrauen gedruckt werden. Das Ergebnis ist ein offenes Zusammenspiel von Text und Bild, das durch einen eigens für diese Ausstellung konstruierten automatischen Poesiegenerator noch verstärkt wird, der auf einem immer länger werdenden, durch das Publikum abreißbaren Schlangen-Ticker-Band, Sentenzen produziert.

Gruppenausstellungen, u.a.: Fotomuseum Antwerp: ›Theatres of the Real‹; Contemporary British Post-Documentary Photography (2009); Victoria and Albert Museum: Signs of a Struggle: Photography in theWake of Postmodernism (2011)

Einzelausstellungen, u.a.: Museum für Photographie Braunschweig u. Museum Folkwang, Essen: Clare Strand. Fotografie und Video (2009); National Museum, Krakau: Further Reading (2014); Grimaldi Gavin, London: Getting Better and Worse at the Same Time (2015); Belfast Exposed: Snake. Clare Strand (2017)

 

Bild: Clare Strand: aus der Serie ›Snake‹, 2017, Courtesy Parrotta Contemporary Art, Köln/Bonn