Cholud Kassem

Stefan Häfner, ›Raubvogel‹, 2002

»Das Bild von Stefan Häfner erwarb ich 2014 im Haus Cajeth. Es war auch das Motiv der Einladungskarte der Ausstellung ›Wilhelma-Welten‹. Zuvor hatte ich noch nie ein Bild gekauft, nur mit Kollegen eigene Bilder getauscht, aber diese Arbeit wollte ich so sehr haben, dass es mir egal war, was sie kosten würde.

Der Titel der Arbeit ist ›Raubvogel‹. Den Eindruck, den ich bei spontaner Betrachtung des abgebildeten Tieres gewann, war eine Mischung aus aggressiver Geste und einer Haltung, dass es das schützt, was es zu verteidigen gilt!

Formal von meinen eigenen Arbeiten entfernt, aber inhaltlich den Themen Schutz und Abwehr sehr nah. Ich plante, das Bild über mein Bett zu hängen, sodass ich mich hätte fühlen können wie ein Küken, das von seiner Mutter beschützt wird. Da mir das Raubtierwesen dann doch nicht als das Richtige für meinen Schlafplatz erschien, steht die Arbeit in meinem Büro auf dem Boden. Ich mag das Bild sehr. Es erinnert mich daran, dass man das, was man liebt, manchmal auch ›kämpferisch‹ verteidigen muss.

Meine Liebe zur Outsider Art pflege ich schon sehr lange, und es war mir eine Freude, auf der ›Biennale‹ in Venedig 2013, kuratiert von Massimiliano Gioni, eben diese gleichwertig mit Nicht- Outsider-Kunst in den ›Biennale‹-Räumen zu sehen. Es hat sich seither in der Betrachtung, ob Outsider Art Kunst ist oder nicht, viel geändert, so mein subjektives Empfinden. Die direkte und ungefilterte Ausdrucksweise vieler Arbeiten spricht immer mehr Betrachter an. Das ist wunderbar!«

Wachsmalkreide auf Papier, 90 x 60 cm