#WERK.STOFF Bradley Davies

Bradley Davies Arbeiten entstehen in Reaktion auf Phänomene des Zusammenlebens und der damit verbundenen visuellen Kulturen. Maskierung, Nachahmung und Verstellung sind zugleich Thematik wie künstlerische Taktik. Mit augenzwinkerndem Humor setzt er Sujets und Darstellungskonventionen aus der Kunstgeschichte wie der Populärkultur ein, um sie zu aktualisieren.

In seiner jüngsten Serie aus der Austellung ›Imposters‹ (2020) präsentiert er Jockeyjacken in Manier von Renaissanceportraits auf grünem Grund. Das Emblem der Jacke ersetzt dabei das individuelle Konterfei. Die britische Begeisterung für den Pferderennsport und die Wettleidenschaft stehen hier Pate für ein allgemeineres Phänomen. So sind die Jacken auch Beispiele einer visuellen Sprache die Wiederkennbarkeit einem unübersichtlichen Feld des Rennens sicherstellen soll. Im Zeitalter allgegenwärtiger Logos oder personalisierter Instagram Accounts zur Selbstvermarktung des Individuums auf digitalen Plattformen, setzten Bradley Davies Portraits humorvolle doch doppelbödige Kommentare zur conditio humana des 21. Jahrhunderts.

 

 

Bild: Bradley Davies, Ausstellungsansicht, WERK.STOFF Preis für Malerei, Heidelberger Kunstverein, Courtesy: Clages Galerie und Bradley Davies, Foto: Markus Kaesler & HDKV