Anti-Form

1968 veröffentlicht der US-amerikanische Künstler Robert Morris (*1931)  in der  Zeitschrift Artforum‹ den Text Anti Form. Er stellt die These auf, das primäre Anliegen der Bildhauerei sei der Akt des Machens und nicht die Herstellung von Objekten. In der Hinwendung zur Materialästhetik argumentiert er, das Material sei als reine Materie anzusehen und von der Form zu befreien. Die künstlerische Aufgabe bestünde demnach darin, die Gesetzmäßigkeiten des Materials hervortreten zu lassen und die künstlerische Handschrift zugunsten von Zufallstechniken zurückzunehmen. Weiche Materialien wie Filz, Stoffreste, Ton oder Fett eigenen sich seiner Meinung nach am besten für diese neuen Formexperimente, die von verschiedenen Künstler*innen aufgenommen wurden. Diese Haltung führte in den späten 1960er Jahren die Auflösung des herkömmlichen Skulpturen- und Kunstbegriffs fort.

Robert Morris (* 1931 in Missouri; † 2018 in New York) war ein US-amerikanischer Bildhauer, Konzeptkünstler und Autor. Er galt zusammen mit Donald Judd als einer der wichtigsten Vertreter des Minimalismus und lieferte wichtige Beiträge zur Entwicklung der prozesshaften Kunst und der Installation. Zwischen 1948 und 1950 studierte er am Kansas City Art Institute sowie an der University of Kansas City. Von 1953 bis 1955 studierte er am Reed College in Portland, Oregon. 1961 zog er nach New York und machte 1963 dort am Hunter College seinen Masterabschluss in Kunstgeschichte.

Ausstellungen u.a.: documenta 4, Kassel; Tate Gallery, London; documenta 8, Kassel; 39. Biennale Venedig ; Deichtorhallen Hamburg

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Morris_(K%C3%BCnstler)

Artikel Anti Form‹ von Robert Morris

Bild: Robert Morris, Untitled, 1967