Amina Ahmed

Die Künstlerin Amina Ahmed zeigt ihre Werke zum ersten Mal in Deutschland und bietet damit einen intimen Einblick in ihrer bisher unveröffentlichten Skizzenbücher. Als Kind erlebte sie die Exilierung ihrer Familie aus Uganda durch den Diktator Idi Amin, wuchs danach in England auf, lebte später im Iran und mittlerweile in den USA.

Die Erfahrung des Exodus, den Ahmed erlebte, sowie die Erfahrung ihrer Mutter, deren Familie aus Usbekistan exiliert wurde und sich im Kachchh Distrikt ansiedelte, prägen genauso Ahmeds künstlerische Arbeiten, wie ihre Nähe zum Sufismus, einer Strömung des Islams.

Die geometrischen Formen in ihren Collagen, Aquarellmalereien, Zeichnungen und Stickereien, sind keine Abstraktionen, sondern reflektieren die konkreten Einübungen handwerklicher Techniken. Die geometrischen Muster, die in vielen Kulturkreisen vor allem von Frauen bei textilen Arbeiten verwendet werden, empfindet Amina Ahmed als eine fast universelle Sprache, die einen konkreten Bezug zur eigenen Körperlichkeit aufweist.

Mit dem Video ›the hands of mother‹ beschreibt sie die Weitergabe des kulturellen Erbes zwischen den Generationen. Amina Ahmeds nomadisches Erbe erschloss ihr Zugang zu verschiedenen Kulturen. Mit Ihren Arbeiten nimmt sie Bezug auf die Formen von Wissensvermittlung und der prozesshaften Aneignung und Herstellung kulturellen Erbes gerade vor dem Hintergrund von Exil und der Heilung damit verbundener Traumata.

 

Vortag von Amina Ahmed (ACAW 2016)

 


Amina Ahmed (*1964 in Uganda) lebt und arbeitet in New Jersey. Sie studierte an der Winchester School of Art, der Chelsea School of Art und machte ihren Abschluss am Royal College of Art in London. Ihre Arbeiten wurden international in Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem im Arnolfini Centre for Contemporary Art Bristol (2019), im 601Artspace New York (2019), im Dr. Bhau Daji Lad Museum Mumbai (2018), und im Showroom London (2018).


Bild: Amina Ahmed: ›Notebook, April 14_21‹, © Amina Ahmed