Al-Burāq  

Al-Burāq ist ein mythologisches Geschöpf in der islamischen Tradition. Es wird als ein weißes Maultier mit Flügeln beschrieben, das Propheten als Transport gedient habe. Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Mythos Burāq zu einem beliebten Thema der persischen Miniaturmalerei, dessen Stil antiker Darstellungen von Sphinxen und Zentauren ähnelt.

Das hybride Wesen mit seinem geflügelten Körper und in einigen Abbildungen mit dem Schwanz eines Pfaus trägt entweder den Kopf eines Mannes oder den Kopf einer Frau. Auch wenn in der Hadithe ein menschlicher Kopf nicht ausdrücklich erwähnt wird, wird es in der Kunst überwiegend so dargestellt. Das beliebte Motiv findet sich vor allem in der Buchmalerei des 14. bis 16. Jahrhunderts. Es ist eine der wenigen geduldeten figurativen Darstellungen der islamischen Kunst.

Die seltsame Kreatur taucht auch in Mohammeds nächtlicher Reise auf, die in den Hadithe-Sammlungen und im Koran zu finden ist. Einigen Interpretationen zufolge stieg der Prophet auf diesem Flug in den Himmel auf, wo er den früheren Propheten und schließlich Gott begegnete. Dieser Aufstieg wird Miraj genannt. In der Erzählung ist Burāq die Antwort darauf, warum Muḥammad eine so lange Reise – von Mekka nach Jerusalem, zu Gott, zurück nach Jerusalem und Mekka – in nur einer einzigen Nacht unternehmen konnte. Sie wird gleichzeitig als eine physische und spirituelle Reise betrachtet und stellt ein wichtiges Datum im islamischen Kalender dar.

 

Bild: The Fabulous Creature Buraq, ca. 1660–80