1931-2015: Outsider Art im Kunstverein

Seit vielen Jahrzehnten beteiligt sich der Heidelberger Kunstverein mit seinem Programm an Diskussionen um die Deutung des Begriffs ‚Kunst‘, unter welchen Bedingungen sie entsteht, und wer sie wie und mit welcher Motivation schafft. Ausstellungen mit ­Vertretern der Outsider Art spielen seit den 1980er Jahren eine wichtige Rolle.

 

Der Begriff ‚Outsider Art‘ bezeichnet das künstlerische Schaffen von Menschen, die zum größten Teil von der Gesellschaft ausgeschlossen oder ausgegrenzt sind. Dazu zählen Psychiatrieerfahrene, Menschen mit intellektueller Behinderung, gesellschaftlich unangepasste, randständige Menschen in selbstgewählter oder ungewollter Isolation, Gefängnisinsassen und Autodidakten mit künstlerischem Potenzial, die sich nicht um technische oder ­ästhetische Konventionen kümmern.

 

Der Begriff wurde 1972 von dem britischen Kunsthistoriker und Kritiker Roger Cardinal in seinem Buch Outsider Art geprägt, dem ersten umfangreichen Beitrag in englischer Sprache. Eigentlich als direkte Übersetzung für ‚Art Brut‘ (franz. für rohe Kunst, geprägt von Jean Dubuffet) gemeint, wurde der Begriff bald frei verwendet, da er weniger ideologisch und restriktiv als letzterer ist.

 

 

Ausstellungsansicht ›Gegen Faulheit. Neues und Ungesehenes aus der Samlmung Prinzhorn‹, 2016, Foto: Jasper Keppler