WERK.STOFF Preis für Malerei der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins erstmals vergeben.

Nadira Husain ist Preisträgerin des ersten WERK.STOFF Preises für Malerei der Andreas Felger Kulturstiftung und des Heidelberger Kunstvereins

Die Preisverleihung mit anschließendem Künstlergespräch findet zur
Finissage der Gruppenausstellung mit allen für den Preis nominierten Künstler*innen
am Sonntag, 11. 11. um 11 Uhr im Heidelberger Kunstverein statt.

Der Stifter Andreas Felger wird den Preis übergeben.

Der Preis ist mit
10.000 Euro Preisgeld
12.000 Euro Zuschuss zur Produktion eines Katalogs und
einer Folgeausstellung im Heidelberger Kunstverein dotiert.

Beim WERK.STOFF Preis für Malerei handelt es sich um einen bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis für Malerei, der sich ohne Altersbeschränkung an in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler richtet. Die Nominierung erfolgt durch vier berufene Expertinnen und Experten und die Andreas Felger Kulturstiftung. Die Preisvergabe erfolgt während der Gruppenausstellung der Nominierten durch eine Jury, der neben renommierten Museumsfachleuten Ursula Schöndeling als Direktorin des Heidelberger Kunstvereins angehört.
Der WERK.STOFF Preis für Malerei versteht Malerei als offenen Begriff. Arbeiten können über die klassische Kombination mit Pinsel, Öl und Leinwand hinaus auch in den Raum greifen, neue mediale Verknüpfungen schaffen oder anderweitig Konventionen durchbrechen. Der Preis rückt die Vielstimmigkeit des Mediums Malerei in die öffentliche Wahrnehmung.

Jury 2018
Dr. Martin Engler, Sammlungskurator Gegenwartskunst am Städel Museum, Frankfurt a. M.
Dr. Sabine Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart
Ursula Schöndeling, Direktorin Heidelberger Kunstverein

Nadira Husain wurde von Prof. Antje Majewski, Muthesius Kunsthochschule Kiel, nominiert.

Begründung der Jury
Nadira Husain gelingt es, die bei allen nominierten Künstlern deutliche Bezugnahme auf Vorbilder der Malereigeschichte, formal wie inhaltlich produktiv zu nutzen, geleichzeitig zu befragen und durch neue Einflüsse zu erweitern. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und Migration erscheint Husains Verarbeitung von Motiven außereuropäisch-religiöser Ikonografien in Verbindung mit Zitaten aus dem Fundus europäischer Pop- und Folklorekunst als relevante zeitgenössische künstlerische Strategie. Dabei stellt Husain tradierte, auch religiöse, Ikonografien gerade in Hinblick auf Geschlechterrollen und Machtstrukturen in Frage und führt die disparaten Bildelemente zu einem vielschichtigen, ausbalancierten neuen „all over“, in dem Muster und Ornamente und figürliche Elemente sich überlagern, ohne sich zu überdecken. Es entsteht ein Bildraum, der immer schon durch zeichenhafte Kürzel durchwirkt ist, somit verschiedene Lesarten anspielt und miteinander verbindet. Neben dem traditionellen Leinwandbildformat nutzt Husain auch Malgründe wie großformatige textile Raumteiler oder rahmt Bilder innerhalb bestehender Architekturen neu. Auf diese Weise gelingt es Husain einen über das Einzelwerk hinauswirkenden Bildraum zu erschaffen, der den gesamten Ausstellungsraum einnimmt und dynamisiert. Die französisch-indische Künstlerin setzt sich damit in doppelter Hinsicht von Traditionen ab: zum einen von den Maßstäben einer eurozentrischen Kunstgeschichte, zum anderen von einer ethnisch-kulturellen Identität bezeugenden Kunstauffassung.
Nadira Husain kreiert einen hybriden „dritten Raum“[1], der Migration von Formen und der Veränderung tradierter Symbole und Bildkürzel dynamisch einfängt und anstößt.

Nadira Husain (*1980 in Paris) lebt und arbeitet in Berlin.
Studium an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris und der University of Bristish Columbia, Vancouver. Ausstellungen (Auswahl): Villa du parc, Annemasse, France (2018); Armory Show, New York (2018); n.b.k. Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (2018); Skulpturen-Triennale, Bingen (2017); Städtische Galerie Waldkraiburg (2015); Jüdisches Museum, New York City, USA (2015); Künstlerhaus Bremen (2014); KW Institute für Contemporary Art, Berlin (2013); Arthur Boskamp-Stiftung M1, Hohenlockstedt (2009). Auszeichnungen: Arbeitsstipendium Berliner Senat (2017); Fellow Hanse-Wissenschaftskolleg, Delmenhorst (2016); Künstlerkontakte Reisestipendium, Institut für Auslandsbeziehungen (2016); Taj residency, Bangalore, Indien (2014); Künstlerkontakte Reisestipendium, Institut für Auslandsbeziehungen (2013).

Weitere nominierte Künstler 2018:
Yorjander Capetillo
(nominiert von Prof. Jean-Baptiste Joly, ehem. Direktor Akademie Solitude, Stuttgart)
Ernst Friedrich Drewes
(nominiert von Dr. Dieter Scholz, Kurator der Neuen Nationalgalerie, Berlin)
Friedhelm Falke
(nominiert von Dr. Danièle Perrier, ehem. Leiterin des Künstlerhauses Schloss Balmoral, 
Bad Ems)
Michael Thümmrich
(nominiert von Andreas Felger Kulturstiftung)

Weiterführende Informationen zu den Künstlern finden Sie auf der Website des Heidelberger Kunstvereins unter der Rubrik Wissen.
Profil Felger Stiftung
Die Andreas Felger Kulturstiftung wurde 2001 von Andreas Felger gegründet. Andreas Felger arbeitete als Textilgestalter und widmete sich gleichzeitig umfänglich der Malerei. Die gemeinnützige Stiftung fördert neben der nachhaltigen öffentlichen Würdigung des Werkes von Andreas Felger auch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kunstpositionen. Dies geschieht u.a. durch die Vergabe des WERK.STOFF Preises für Malerei.

[1] Homie K. Bhabha entwickelt die Theorie der kulturellen Hybridität und des dritten Raumes u.a. Die Verortung der Kultur, Tübingen 2000 (eng. Erstausgabe 1994)

Geschichtswerkstatt II: 150 Jahre Heidelberger Kunstverein

2019 wird der Heidelberger Kunstverein 150 Jahre alt. Das wollen wir feiern und die Geschichte des Vereins gemeinsam mit unseren Mitgliedern erzählen – dazu brauchen wir Ihre Beiträge! In der zweiten Ausgabe der Geschichtswerkstatt stellen wir drei Ausstellungen vor, mit denen sich der Kunstverein in wichtige gesellschaftliche Debatten der Zeit eingebracht hat und die in Heidelberg teils kontrovers diskutiert wurden: die erste umfangreiche und psychiatriekritische Ausstellung der historischen Sammlung Prinzhorn (1980) sowie die Präsentation des Nachlasses der Fotografen Gottmann sen. und jun. (1980), die Anlass für eine Auseinandersetzung mit der umstrittenen Altstadtsanierung bot. Mit dem Projekt ›Islands and Ghettos‹ (2008) diskutierte der Kunstverein das globale Phänomen der territorialen Segregation von Städten des 21. Jahrhunderts
in einem umfangreichen Programm.

In Werkstattgesprächen mit Mitgliedern, ehemaligen Mitarbeiter*innen und Wegbegleiter*innen sprechen wir über Ihre Erinnerungen und diskutieren die Rolle der Institution im Wandel der Zeit. Mit: Dr. Friedrich W. Kasten, Hans Gercke, Johan Holten, Bettina Brand-Claussen, Doris Noell-Rumpeltes und Anderen.

Willkommen im Pressebereich des Heidelberger Kunstvereins

Hier finden Sie alle medienrelevanten Informationen und Presseunterlagen zu den Ausstellungen des Heidelberger Kunstvereins. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur in Zusammenhang mit der Pressemitteilung oder dem das Bild betreffenden Themas veröffentlicht werden. Informationen zu den Ausstellungen finden Sie außerdem unter: https://hdkv.de/ausstellungen/

Wir freuen uns über Ihre Anfragen bezüglich unserer Ausstellungen und Veranstaltungen.

Sollten Sie Fragen haben, zusätzliches oder höher aufgelöstes Bildmaterial benötigen, sprechen Sie uns gerne persönlich an:

Pressekontakt:
Jasmin Meinold
presse@hdkv.de
+49 (0)6221 184086

Pressemappe WERK.STOFF Preis für Malerei und Geschichtswerkstatt II