Wolfgang Plöger: ›Google Image Search Library‹

In der Arbeit ›Google Image Search Library‹ von Wolfgang Plöger verfestigt sich ein ständig veränderndes Universum von Bildern in einem einzigen Moment, dem Buch. In kleiner Auflage produziert vereinen die einzelnen Bände die Treffer einer Bildrecherche mit Google Bildersuche und folgen dabei einem einfachen System: gedruckt werden alle Suchergebnisse zu einem bestimmten Thema, einem Ereignis oder einer Person („Gaza“, „Weapons“, Refugees“, „me in front of“, „Obama“) an einem vorher festgelegten Datum. Diese Begriffe fungieren als Titel der einzelnen Bücher. Die Schlagwortsuche verzeichnet ein im Buch abgelegtes historisches Bildgedächtnis, das zwar global abrufbar und doch nicht universell ist. Schon die Übersetzung eines Begriffs in eine andere Schriftsprache verändert die Suchergebnisse.

Während der Laufzeit der Ausstellung entstehen fünf neue Bücher, die sich der Beweiskraft von Kamerabildern widmen. Unter anderem handelt es sich um Aufnahmen sog. Bodycameras. Sie wurden bei der Exekution Osama Bin Ladens genutzt, um Bilder live ins Weiße Haus zu übertragen. Mittlerweile sind die Kameras nicht nur bei US-amerikanischen Polizeieinsätzen und deutschen Polizeieinsätzen in Gebrauch, sondern werden auch von der deutschen Bundespolizei genutzt. Vor dem Hintergrund vermehrter, polizeilicher Übergriffe in den USA werden die Bodycameras als Dokumentations- und Überwachungsmittel eingesetzt.