Maya Schweizer ›Regarde par ici,…Und dort die Puschkinallee‹

Die Auseinandersetzung mit Identität, Biografie, Politik, Geschichte und Erinnerung sind wiederkehrende Themen in den Foto- und Videoarbeiten von Maya Schweizer. Mit einem dokumentarischen Gestus erforscht sie öffentliche Räume und Architekturen, in denen historische Momente mit privaten bzw. tatsächlichen Lebensbedingungen aufeinandertreffen. Beobachtungen von Situationen und Found Footage dienen als Ausgangspunkt für eine künstlerische Lektüre von Alltagsräumen und verschmelzen mit anderen Elementen zu neuen Geschichten.

 

In der Zweikanal-Videoinstallation ›Regarde par ici,…Und dort die Puschkinallee‹ (2017/18) steigt der Blick der Kamera hoch über Berlin: Touristen und Migranten, Passanten, Obdachlose und Polizisten merken nicht, dass sie von oben beobachtet werden. Dann schweift der Blick der Kamera in das Innere eines Raumes, und wir erkennen, wo wir sind: in einem Wachturm an der ehemaligen Grenze in Berlin. Im Hintergrund ertönen Radiosendungen, die Zeit und Raum verbinden – eine Transformation der Blickregime als Transformation von disziplinären Architekturen. Das gesamte Szenario schließt das architektonische und soziale ›Innen und Außen‹ metaphorisch kurz und zeigt die gesellschaftliche Ordnung als historisch geschichtete Machtverhältnisse von Ausschlüssen, Abgrenzungen und Übergängen.

 

Maya Schweizer (*1976, Paris) lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Bildenden Kunst und der Kunstgeschichte an der Universität Aix-en Provence sowie der Bildenden Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Universität der Künste Berlin. Zahlreiche Einzelausstellung u. a.: Kunstverein Leipzig (2018); Drawing Room, Hamburg (2017); Irish Museum of Modern Art, IMMA, Dublin (2016); Frankfurter Kunstverein (2011); Argos, Center for Art and Media, Brüssel (2007). Teilnahme an Festivals, u. a.: Videoart at Midnight, Berlin (2018); Vancouver International Film Festival, Vancouver, (2017); 63. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen (2017); Rencontres Internationales, Paris und Berlin (2016). Stipendien und Preise u. a.: Recherchestipendium Berliner Senat (2017); Filmförderung Goethe Institut Neapel (2015-16); Stipendium Goethe Institut Villa Aurora, Los Angeles (2009).

 

Quelle: http://www.mayaschweizer.com/Videos/Regarde-par-ici.html

http://www.videoart-at-midnight.info/92-maya-schweizer/

Filmstill aus Maya Schweizer: ›Regarde par ici,…Und dort die Puschkinallee‹, 2017/18.

 

Weitere Informationen:

Website der Künstlerin