Max Liebermann (1847-1935)

1904 erschien seine Schrift ›Die Phantasie in der Malerei‹, ein Plädoyer für den Naturalismus und zugleich Auseinandersetzung mit seinem eigenen Schaffen. 1911 trat Liebermann als Präsident der Berliner Secession zurück, nachdem es zu Konflikten mit der jüngeren Generation der Expressionisten kam.

Von Patriotismus ergriffen, begrüßte auch Liebermann 1914 den Krieg. Nach Kriegsende distanzierte er sich von dieser Haltung und begann erneut, sich in Debatten der Kunst einzuschalten. Als neugewählter Präsident der Preußischen Akademie der Künste versuchte er ab 1920 die verschiedenen Strömungen zu vereinigen und korrigierte seine eigene Haltung gegenüber dem Expressionismus.

Die „Machergreifung“ Adolf Hitlers im Januar 1933 kommentierte Liebermann mit dem berühmt gewordenen Ausspruch: »Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!« Als einer der populärsten und einflussreichsten Künstler seiner Zeit beraubten ihn die Nazis aller Ehren, belegten ihn mit Malverbot und entfernten seine Bilder aus Museen und Sammlungen. Liebermann zog sich ins Private zurück und starb, von vielen Freunden und Weggefährten verlassen, 1935 in Berlin.

 

Bildnachweis:

Max Liebermann, Gänserupferinnen, 1871, Öl/Lw., 119,5 x 170,5 cm, Berlin, Alte Nationalgalerie