›Madame Guillotine‹

Basis für Mark Soos großflächige ortsbezogene Installation seiner Serie ›Madame Guillotine‹ sind historische Stiche und Lithographien, die er in Büchern über die Französische Revolution gefunden hat. Diese hat er mit einer niedrigauflösenden Handykamera abfotografiert, in einer traditionellen Dunkelkammer stark vergrößert und ausgedruckt, wobei zusätzlich ein analog hergestelltes Fotogramm über das digitale Bild gelegt wurde. In der Ausstellung tastet außerdem eine Laserlichtprojektion den Raum ab, folgt seinen Linien und streift dabei die Fotografien des Künstlers. Auf diese Weise werden verschiedene bildgebende Systeme, Sozialgeschichten und Apparaturen in einer Art komprimierter Montage gegeneinander gestellt. Analog zum Schließen der Blende beschwört das fallende Beil der Guillotine eine nichtlineare Medienarchäologie, eine Lesart von Fotografie gegen den Strich ihrer historischen und technischen Fasern. (Quelle: Auszug aus dem Wandtext, ›Widerständige Bilder‹, Biennale für aktuelle Fotografie ›Farewell Photography‹)

 

 

Mark Soo: Madame Guillotine, 2017, Installation, Laser Light Projektor, C-Prints