Louidgi Beltrame ›Gunkanjima‹

In der Videoarbeit ›Gunkanjima‹ (2010) untersucht Louidgi Beltrame die gleichnamige japanische Insel in der Nähe von Nagasaki. Aufgrund ihrer Silhouette wird sie ›Kriegsschiff-Insel‹ (Gunkanjima) genannt. Bereits 1890 begann der Konzern Mitsubishi auf der menschenleeren Insel Steinkohle abzubauen, während des zweiten Weltkriegs wurde sie als Arbeitslager für japanische und koreanische Kriegsgefangene benutzt. Im Jahre 1960 war die Insel aufgrund der vielen Bergarbeiter der am dichtesten besiedelte Ort der Welt.

Mittlerweile verlassen, zählt sie heute mit ihren archäologischen Überresten moderner Architektur zum UNESCO Weltkulturerbe. Die leeren Bauelemente, gefilmt wie monumentale Skulpturen, sind dennoch von Geschichten bewohnt – von den Produktionsbedingungen, den Ideologien, die diese Orte motivierten, und den Männern, die sie gebaut und ausgebeutet haben.

Quelle: http://www.plan-project.com/tl_files/music_academy/Publikationen/publikation_plan10_aboutarchitecture.pdf

 

Weitere Informationen:

Louidgi Beltrame über ›Gunkanjima‹ (2010, französische Sprache)

 

Louidgi Beltrame (*1971, Marseille) lebt und arbeitet in Paris. Studium der zeitgenössischen Kunst an der Villa Arson und der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts von Marseille und Fresnoy. Ausstellungen u. a.: Palais de Tokyo (2016); Frac Basse-Normandie, Caen (2015); Wiener Secession (2012); Programme Capacete/Biennale de São-Paolo (2010); Musée d’Art moderne et contemporain, Strasbourg (2008); Fondation Ricard, Paris (2007); Jeu de Paume, Paris (2006).

Quelle: http://www.jousse-entreprise.com/fr/art-contemporain/oeuvres/gunkanjima/

Videostill aus Louidgi Beltrame: ›Gunkanjima‹, 2010.