Konkrete Poesie

Die Bezeichnung ›Konkrete Poesie‹ ist eine Ableitung aus dem Begriff ›Konkrete Kunst‹ , der von Theo van Doesburg, einem Maler, Schriftsteller und Kunsttheoretiker, um 1930 geprägt wurde. In Bezug auf die ›Konkrete Poesie‹ war es Öyvind Fahlström, ein schwedischer Künstler, welcher den Begriff erstmalig 1953 nutzte. Dennoch gilt ›vom vers zur konstellation‹ (1954) von Eugen Gomringer als das Gründungsmanifest der literarischen Strömung. Den einzelnen Wörtern wird hierbei ihre Funktion als Bedeutungsträger aberkannt – sie werden als visuelle (über das Sehen) und phonetische (über das Hören) Gestaltungsträger verstanden. Aus den Satzzeichen entstehen folglich akustische oder visuelle Bilder. Durch die grafische Anordnung eines Textes sollte dieser den Inhalt ironisieren oder zusätzlich unterstreichen. Ein Gedicht verweist also nicht mehr auf eine Bedeutung oder schreibt über einen Gegenstand, sondern zeigt diesen selbst. Dieses Vorgehen löst Wörter, Buchstaben, Satzzeichen aus dem Zusammenhang der Sprache heraus. Das wird als ›konkret‹ bezeichnet.