Klara Lidén ›Paralyzed‹

In ihren Performances, Videos, Installationen und Fotografien beschäftigt sich Klara Lidén mit der Frage, wie man sich den privatisierten und von Regeln durchsetzten Stadtraum wieder aneignen kann. Auf spielerische, provokative und rebellische Weise agiert sie in öffentlichen Räumen und hinterfragt die dort geltenden Verhaltensweisen.

In dem Video ›Paralyzed‹ (2003) sieht man die Künstlerin wild tanzend in einem Stockholmer U-Bahn-Wagon. Sie schwingt an den Haltestangen, schlägt Purzelbäume im Gang und entledigt sich ihres Mantels und der langen Jeans. Unter den neugierigen bis gleichgültigen Blicken der anderen Passagiere setzt sie sich über die rigide Aufteilung des Raums mit seinen Sitzbänken, Haltegriffen und Gepäckablagen hinweg und lässt ihrem Körper und ihren Emotionen freien Lauf. Die irritierende Aktion bricht für einen kurzen Moment die starren Interaktionsmodelle auf, die diesen physischen und sozialen Ort sonst bestimmen.

 

Klara Lidén (*1979, Stockholm) lebt und arbeitet in Berlin. Studium an der School of Architecture, Royal School of Technology, Stockholm, der Universität der Künste, Berlin und dem University College of Arts Crafts and Design, Konstfack, Stockholm. Zahlreiche Einzelausstellungen u.a.: Bundeskunsthalle, Bonn (2018); Kunstverein Braunschweig (2016); WIELS, Contemporary Art Centre, Brüssel (2015); Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2014), New Museum, New York (2012); Moderna Museet, Stockholm (2010); Serpentine Gallery, London (2010); Jeu de Paume, Paris (2010); Museum of Modern Art, New York (2009).

Bild: http://www.contemporaryartdaily.com/2011/09/klara-liden-at-moderna-museet/

 

Weitere Informationen:

Klara Lidén – Ein Künstlerportrait (Jeu de Paume, 2010)