Julius Meier-Graefe (1867-1935)

Nach einem Ingenieurstudium in München zog Julius Meier-Graefe um 1890 nach Berlin. 1894 gründete er dort das Kunstjournal ›Pan‹ mit, das zum Sprachrohr des Jugendstils wurde. Sein Umzug nach Paris intensivierte seine Auseinandersetzung mit der modernen Kunst. 1899 eröffnete er die Art-Nouveau-Galerie La Maison Moderne, die er 1903 aufgab und nach Berlin zurückkehrte.

Seine Devise »Kunst ist nicht für Kunstgeschichte da« begründete eine „neue Schule des Sehens“. Durch seine außerordentliche schriftstellerische Produktivität, sein kulturpolitisches Engagement und seine persönliche Verbundenheit mit Künstlern der Moderne sowie Sammlern und Museumsdirektoren wurde Meier-Graefe zu einer zentralen Figur eines europäischen Kulturtransfers, der keine nationalen Grenzen kannte.

 

Bildnachweis:

Lovis Corinth, Julius Meier-Graefe, 1912, Öl/Lw., 90,4 x 70,4 cm, Paris, Musée d’Orsay