John Heartfield

John Heartfield (eigentlich Helmut Herzfelde, 1891-1968) war ein deutscher Maler, Grafiker, Fotomontagekünstler und Bühnenbildner. Er gilt als Pionier an der Schnittstelle zwischen Kunst und Medien und als Begründer der politischen Fotomontage. In seinen Collagen griff Heartfield den Nationalismus, den Nationalsozialismus und die bürgerliche Spießigkeit auf und an. Er gehörte zu den Initiatoren der Berliner Dada-Bewegung und trat gemeinsam mit seinem Bruder Wieland Herzfelde, George Grosz und Erwin Piscator 1918 der gerade gegründeten KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) bei. Die beiden Künstler, der Regisseur Piscator und der Verleger Herzfelde arbeiteten an gemeinsamen Projekten, die von publizistischen Tätigkeiten (wie z.B. die Gründung der oppositionellen Zeitschrift ›Neue Jugend‹ und des ›Malik-Verlag‹) zu Film und Theaterprojekten reichten.

Heartfield sah seine künstlerische Tätigkeit als explizit politische Arbeit an und veröffentlichte seine Fotomontagen in entsprechenden Kontexten. Von 1930-1938 war er Mitarbeiter der ›Arbeiter-Illustrierte-Zeitung‹, in der viele der Fotomontagen erschienen. Die ›Arbeiter-Illustrierte-Zeitung‹, kurz AIZ, war eine zwischen 1921 und 1933 in Berlin und von 1933 bis 1938 im Prager Exil wöchentlich erschienene Zeitschrift. 1936 änderte das Magazin seinen Namen in ›Die Volks-Illustrierte‹.

1933 floh John Heartfield nach Prag und von dort 1938 weiter nach London. Dort arbeitete er für verschiedene englischsprachige Veröffentlichungen. Erst 1950 kam er zurück nach Deutschland und lebte bis zu seinem Tod 1968 in der DDR.

In der Ausstellung sind drei Ausgaben der ›Arbeiter-Illustrierte-Zeitung‹ und ›Die Volks-Illustrierte‹. Siehe den Eintrag ›Der Leser als Photomonteur‹

 

Mehr über John Heartfield gibt es u.a. hier zu lesen:

http://www.heartfield.de/

https://www.goethe.de/ins/es/de/kul/sup/ilu/20692428.html

https://www.britannica.com/biography/John-Heartfield