Jiří Kovanda

Jiří Kovanda gehört zu einer Gruppe tschechischer Künstler, die mit satirisch-kritischen und absurden Aktionen die reaktionäre Kunstpolitik des Landes in den späten 1970er Jahren unterliefen.

Seine Aktionen, die oftmals aus kleinen, minimalen Gesten bestanden, setzte er ohne große Öffentlichkeitswirkung um und dokumentierte sie in Text und Bild. So z. B. den Zusammenstoß mit einem Fremden auf der Straße oder die Fahrt auf einer Rolltreppe bei der er sich demonstrativ gegen die Fahrtrichtung stellte und der Person hinter ihm in die Augen blickte. Einerseits wurde auf diese Weise das rigide politische Regime vorgeführt, andererseits stellte er die Alltagsabläufe und gesellschaftlichen Normen in Frage.

 

Jiří Kovanda (*1953, Prag) lebt und arbeitet in Prag. Seit 1995 Professor an der Akademie für Bildende Kunst, Prag. Einzelausstellungen u. a.: Lulu, Mexiko-Stadt (2017); MNAC – National Museum of Contemporary Art, Bukarest (2016); daadgalerie, Berlin (2015); Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia und Palacio de Cristal, Madrid (2012); Wiener Secession (2012). Gruppenausstellungen u. a.: Rencontres Photographiques d’Arles, Arles (2017); Hamburger Kunsthalle (2017); National Gallery of Art, Vilnius (2012); Kadist Art Foundation, Paris (2012); MACBA, Barcelona (2011); MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien (2010); CGAC, Santiago de Compostela (2008), documenta 12, Kassel (2007).

Quelle: http://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/de/veranstalt_detail.php?id=1803

Bild: Jiří Kovanda: ›Kontakt‹, 3. September 1977, Spàlená ulice, Vodickova ulice, Prag