Hubert Schrade (1900-1967), 1. Vorsitzender 1933-37/38

Hubert Schrade verdrängte August Grisebach als ersten Vorsitzenden des Heidelberger Kunstvereins sowie vom Lehrstuhl für Neuere Kunstgeschichte. Mit der Neuausrichtung unter Schrade erfolgte die Umbenennung in Lehrstuhl für deutsche Kunstgeschichte. Seine Karriere richtete Schrade planmäßig an der NS-Ideologie aus und schreckte auch vor Denunziation nicht zurück. Seit 1933 war er Mitglied im „Kampfbund für deutsche Kultur“, nach Aufhebung der Mitgliedssperre trat er 1937 sofort in die NSDAP ein.

Schrades Veranstaltungen zeichneten sich frühzeitig durch eine volkskundliche Tendenz aus. Die Vorlesung ›Feier und Gestaltung von Festen seit dem Mittelalter‹ im Sommersemester 1935 war zugleich die Vorbereitung der 550-Jahr-Feier der Universität Heidelberg.

In seiner neuen Funktion im Heidelberger Kunstverein arbeitete er ab 1937 an der zunehmend enger werdenden Verbindung des Kunstvereins mit der neugegründeten „Gesellschaft für Heimatkunde“.

1941 ging Schrade an die sogenannte Reichsuniversität Straßburg, 1944 als Rektor an die sogenannte Frontuniversität Tübingen. 1949 wurde Schrade im Entnazifizierungsprozess als NS-Mitläufer eingestuft und blieb trotz seiner Vergangenheit von 1954 bis 1965 erneut Ordinarius an der Universität Tübingen.

 

Bildnachweis:

Hubert Schrade, um 1933