Gutenberg-Galaxis

1999 hat das ›Time Magazin‹ Johannes Gutenbergs Buchdruck als ›Erfindung des Jahrtausends‹ bezeichnet. Mit dem Buchdruck begann ein neues Zeitalter der Kommunikation. Der kanadische Medientheoretiker und Philosoph Marshall McLuhan bezeichnet diese Ära als ›Gutenberg-Galaxis‹ (1968). Der Terminus reiht sich in eine von McLuhan aufgestellte Entwicklungsgeschichte der Kommunikationsmedien, welche maßgeblich die kulturelle Entwicklung der betreffenden Gesellschaft beeinflusste. Hierfür sind vier historische Epochen zu nennen: 1. Die orale Stammeskultur; 2. Die literale Manuskript-Kultur; 3. Das typografische Zeitalter/ Die Gutenberg-Galaxis und 4. Das elektronische Zeitalter.

Die Gutenberg-Galaxis beginnt mit der Einführung des Buchdrucks um 1450 und neigt sich ihrem Ende mit dem Aufkommen der Elektrizität im 19. Jahrhundert. Der Buchdruck ermöglichte es, Sprache und Informationen zu vervielfältigen und als eine tragbare Ware anzubieten. Das Buch wird daher als Leitmedium seiner betreffenden Gesellschaft definiert. Dieser expandierende Bücherbestand forderte zwangsläufig eine Vereinheitlichung von Sprache. McLuhan sieht daher mit der Errungenschaft des Buchdruckes die Einleitung einer Bildungsexpansion, die in der Französischen Revolution gipfelte.

 

Quellen:

http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=1647

http://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,36527,00.html

 

Bild: Arbeiter an der Druckpresse, Kupferstich, 1568.

Quelle: Philip B. Meggs: A History of Graphic Design. John Wiley & Sons, Inc. 1998 (Seite 64)

https://de.wikipedia.org/wiki/Buchdruck#/media/File:Buchdrucker-1568.png