›GAF Snapshirts‹

Seit den 1970er-Jahren hat Fred Lonidier einen Großteil seiner künstlerischen Tätigkeit dem Kampf für Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit gewidmet. ›GAF Snapshirts‹ besteht aus zweiunddreißig T-Shirts, die bei der Fotozubehörfirma GAF bestellt wurden. Fotografie wird hier als Nutznießer kapitalistischer
Mehrwertschöpfung und ausbeuterischer Arbeitsbedingungen gezeigt. Gleichzeitig versucht Lonidier, dieses System zu unterlaufen, indem er die von GAF produzierten T-Shirts benutzt, um eben diesen Prozess zu kritisieren und zu entlarven. Lonidier verfolgt einen dokumentarischen Ansatz, der sich jedem Verdacht auf Neutralität entzieht, dabei offenbart er zugleich das der Fotografie innewohnende Spannungsverhältnis zwischen Dokumentation und diskursiven Impulsen. Lonidiers Dokumentarfotografie ist eine Fotografie, die sich radikal selbst kritisiert, die ihre eigene Voreingenommenheit und Produktionsmodi reflektiert.
(Quelle: Auszug aus dem Wandtext, ›Widerständige Bilder‹, Biennale für aktuelle Fotografie ›Farewell Photography‹)

 

 

 

Fred Lonidier: GAF Snapshirts, 1976, Installation, bedruckte T-Shirts, Kleiderbügel

Installationsansicht: Lis Y Seng, Biennale für aktuelle Fotografie, 2017