Esther Hovers ›False Positives‹

Die Überwachung des öffentlichen Raums durch lernende Systeme wie Smartcameras ist Ausgangspunkt für die Fotoserie ›False Positives‹ (2015-16). Intelligente Kameras werden eingesetzt, um abweichendes Verhalten im öffentlichen Raum anhand von klassifizierten Bewegungsmustern zu erkennen und zu bewerten. Allerdings sind die Mustererkennungen so offen konzipiert, dass sie einen bestimmten Spielraum zulassen. Die meisten festgestellten Anomalien stellen sich als Fehlalarm, false positives genannt, heraus.

In Zusammenarbeit mit Experten aus dem Sicherheitsbereich benannte Hovers acht verdächtige Bewegungsmuster, die angeblich auf kriminelle Absichten hindeuten können, und fotografierte diese in einem Brüsseler Verwaltungsbezirk. In der digitalen Nachbearbeitung setzt die Künstlerin mehrere Aufnahmen zu einem einzigen Bild zusammen und verdichtet somit das Geschehen zu einem einzigen, konstruierten Moment. Der Stadtraum wird zur Bühne einer allgemeinen Verunsicherung.

 

Esther Hovers (*1991, Niederlande) lebt und arbeitet in Den Haag. Studium der Fotografie an der Royal Academy of Art in Den Haag. Teilnahme an Gruppen- und Einzelausstellungen, u. a.: Frankfurter Kunstverein (2018); FOAM Photography Museum of Amsterdam (2017); C/O Berlin Foundation (2017); NRW-Forum Düsseldorf (2017); Centre d’Art Dominique Lang, Dudelange (2017). Artist-in-Residence am ISCP (Internationales Studio- und Kuratorenprogramm), Brooklyn, New York (2018); Edward-Steichen-Preis (2017); Artist-in-Residence Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2016).

Bild: https://estherhovers.com/False-Positives

 

Weitere Informationen:

Künstlerwebsite von Esther Hovers

Einblick in Esther Hovers Buch ›False Positives‹